3 Tage: Oberaargau – Neuenburger Jura – Burgund – Nuit-Saint-Georges – Nancy – Mosel-Quelle/Bussang – Eguisheim – Grand Ballon – Oberaargau

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Die Feiertage Ostern, Auffahrt und Pfingsten sind für uns Gelegenheiten, um kürze Motorrad-Touren zu unternehmen, sofern das Wetter und die Temperatur mitspielt. Mit 3 – 4 Tagen ist der Radius begrenzt und wir überlegen uns immer wieder neu, wo es noch etwas Unbekanntes zu entdecken gibt. Das Ziel der Ostern-Reise 2019 war die goldige Seite des Burgunder Weingebietes, die Côte d’Or. Bisher waren wir nur bis Beaune gekommen, aber die Strecke Beaune – Dijon, da wo die ganz grossen Weine wachsen, da waren wir bisher nicht vollständig durchgefahren. Das war also unser Plan und danach…?
Wir machten uns auf durch den Neuenburger Jura Richtung Westen, bis Beaune und stiegen dort in die Côte d’Or-Strecke ein und fuhren bis nach Nuits-Saint-Georges, wo wir ein Nachtlager suchten und fanden. Das Städtchen ist schnell einmal besichtigt und so mussten wir mit Apéros überbrücken, bis wir ein deftiges Burgunder-Nachtessen mit entsprechendem Wein geniessen konnten.

Ziel erreicht. Und jetzt? Wir schauten auf der Strassenkarte, was ab hier in Reichweite einer Tagesfahrt liegt. Wir entschieden uns Richtung Norden, nach Nancy, da wir die restliche Côte d’Or bis Dijon noch fertig fahren wollten. Nancy war für uns nicht mehr als ein Name auf einer Landkarte. So hatten wir auch keine Ahnung, was uns erwartet, ob es dort schön und spannend oder trist und langweilig ist. Nancy hat uns mit seiner schönen Altstadt sehr erstaunt. Wir fanden Unterschlupf im Zentrum, in einem einfachen Hotel. Irgendwie schien die Strasse etwas trist und ausgestorben… am Nachmittag. Die Hotelbesitzerin drückte uns den Stadtplan in die Finger machte uns auf die Sehenswürdigkeiten aufmerksam, die wir unbedingt besuchen müssen. Die Sehenswürdigkeiten befanden sich etwa 2 Minuten Fussmarsch vom Hotel entfernt. Als wir auf den Place Stanislas kamen, staunten wir nicht schlecht. Barock und Rokoko vom Feinsten, viel Gold und wunderschön restaurierte Paläste. Nancy war schliesslich mal die Hauptstadt der Herzöge von Lothringen. Wieder mal was gelernt. Wir machten eine Stadtrundfahrt mit dem Touristen-Züglein. Wir finden das jeweils eine gute Gelegenheit, um sich schnell einen Überblick über die Stadt und die Geschichte zu verschaffen. Vor dem Nachtessen suchten wir zu Fuss nochmals die wichtigsten Ecken auf, um Fotos zu machen.

Nach dem Nachtessen staunten wir nicht schlecht, wie sich unsere Strasse in der Zwischenzeit in eine lebendige Ausgehzone verwandelt hatte. Überall hatten die Restaurants und Bars Tische auf den Gehsteig und die Strasse gestellt und es tummelte sich viel Multi-Kulti-Volk herum überall wo es etwas zu essen und trinken gab, so dass wir uns schon fast Sorgen machten, ob wir überhaupt schlafen können bei dem Betrieb.
Am nächsten Morgen wieder die Frage, wie weiter? Manfred war kürzlich mit Freunden an der Mosel und hatte sich gefragt, wo diese entspringt, denn die Mosel/Moselle fliesst ja auch durch Nancy… dachten wir. Wir beschlossen, der Mosel bis zur Quelle zu folgen, die sich in den Vogesen nahe dem Col de Bussang befindet. Nach einiger Zeit merken wir, dass das nicht die Mosel ist, der wir folgen, denn die Mosel fliesst knapp nordwestlich an Nancy vorbei. Also mussten wir uns zuerst auf die Suche nach der richtigen Mosel machen, bevor wir ihr bis zur Quelle folgen konnten. Die Mosel-Quelle fanden wir dann schliesslich kurz vor der Schweizer Grenze. Wir hätten also von hier locker in etwas mehr als einer Stunde zuhause sein können. Das wollten wir dann doch nicht und überlegten uns, wie es weitergehen könnte. Der Blick in die Karte brachte uns weiter: Eguisheim im Elsass. Endlich mal den Elsässer Wein geniessen, ohne an die Heimfahrt denken zu müssen. Wir waren schon zweimal auf einem Tagesausflug in Eguisheim und finden diesen Ort mindestens so hübsch wie Riquewihr, aber es hat etwas weniger Touristen. An Feiertagen ist es im Elsass immer sehr schwierig, eine Unterkunft zu finden. Deshalb buchten wir am Nachmittag via booking.com im Hotel La ferme du Pape in Eguisheim, wo wir auch hervorragend gegessen hatten. Vorher machten wir aber noch den Rundgang durch das wunderschöne Elsässer Dorf und genossen den Apéro.

Am nächsten Tag ging es dann über den Grand Ballon in den Vogesen zurück nachhause.
Fazit:
Das Gebiet der grossen Burgunderweine ist hübsch, aber nicht so gross, dass man sich als Motorradfahrer hier tagelang tummeln könnte.
Nancy hat uns überrascht, die Altstadt ist wirklich sehenswert. Allerdings eher, wenn man sowieso in der Gegend ist.
Die Vogesen sind für die Motorradfahrer immer eine Reise wert, z.B. über den Grand Ballon mit schöner Aussicht.
Es lohnt sich, auch mal im Elsass zu übernachten, um den Wein geniessen zu können. Eguisheim können wir sehr empfehlen, es hat viele hübsche Gassen und wunderschön restaurierte Häuser. Riquewihr ist ebenfalls wunderschön, aber an einem Wochenende oder Feiertagen hat es extrem viele Touristen.
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