2018 – Rumänien – Donau-Delta – Karpaten

19 Tage: Oberaargau – Salzburg – Neusiedlersee – Belgrad – Turnu Severin – Pitesti – Bukarest – Konstanza – Mahmudja – Brasov – Vidraru – Sibiu – Petrosani – Szeged – Badacsony – Selce – Meran – Oberaargau

  • 1 Motorrad
  • 2 Personen
  • 8 Länder
  • 6 Währungen
  • 4 Tage über 30 Grad
  • 2 Tage Regen
  • 13 Tage sonnig/bewölkt
  • 11 Grenzübertritte
  • 16 nette Hotels
  • 1 ok Hotel
  • 1 spezielles Hotel
  • 19 Tage
  • 2000 Fotos und Videos
  • 10000 Eindrücke

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Mit dieser Reise ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Über die Jahre waren wir in verschiedenen Etappen der Donau entlang gefahren. Diesen Fluss wollten wir von der Quelle bis zum Meer befahren. Es fehlte noch das letzte und wohl spannendste Teilstück, von Ungarn über Serbien nach Rumänien, wo die Donau in einem riesigen Delta in das Schwarze Meer fliesst. Wir Schweizer haben ein Vorurteil gegenüber den Rumänen, das sind diejenigen, die bei uns bandenmässig Einbrüche verüben und dort hat es doch löchrige und ungeteerte Strassen. Wie wird es sein, mit dem Motorrad durch dieses Land zu reisen? Je weiter weg von der Schweiz, desto mehr bereiten wir uns vor, aber immer noch recht minimalistisch, akribisch planen oder etwas zum voraus buchen liegt uns nicht. Wir hatten ein paar bestimmte Ziele im Kopf, die wir sehen wollten: Annemarie das Donau-Delta und Draculas Schloss. Manfred wollte das Eiserne Schloss der Donau sehen,  im Schwarzen Meer stehen und durch die Karpaten fahren. Der Rest… wir werden sehen. Da wir zum ersten Mal Tagebuch führten, fällt dieser Bericht etwas länger und detaillierter aus.

Wir fuhren also erstmal auf der Autobahn nach Lichtenstein und weiter ins Tirol, bevor wir in Innsbruck auf die Landstrasse wechselten und über Kufstein nach Salzburg fuhren, wo wir übernachten wollten. Eine wunderschöne, sehr gepflegte Gegend inmitten der imposanten Bergwelt. Wir haben selten so viele und so schöne Blumen an den Häusern gesehen. Eine sehr lohnenswerte Strecke für Motorradfahrer und alle anderen. Am späteren Nachmittag und Abend besichtigten wir Salzburg. Eine wunderschöne Altstadt links und rechts der Salzach und hoch oben auf dem Hügel die Festung Hohensalzburg. Im Sommer eine sehr lebendige Stadt und die Brücke über die Salzach eine richtige Partymeile.

Salzburg by night

Von Salzburg fuhren wir zuerst ein Stück auf der Autobahn und wechselten dann auf die Landstrasse durch die Steiermark der Mürz entlang. Für Motorradfahrer eine sehr schöne Strecke durch eine wunderschöne Landschaft mit gepflegten Häusern und Gärten. Wir fuhren über die ungarische Grenze auf der Suche nach Schoss Esterhazy, tönt ja schliesslich ungarisch, oder? und muss hier irgend wo sein. Das kommt davon, wenn man sich nicht so detailliert vorbereitet. Wir fanden dann heraus, dass sich das Schloss in Eisenach befindet und Eisenach noch in Österreich liegt. Also wenden und wieder zurück über die Grenze. Am Nachmittag besuchten wir also das Schloss Esterhazy und wenn wir schon mal in der Gegend waren, beschlossen wir, am Neusiedlersee eine Bleibe zu suchen. Vom See sieht man leider nicht so viel. Überall Naturschutzgebiet und ausser mit dem Velo oder zu Fuss kommt man fast nicht bis an den See.  Die Hotelsuche gestaltete sich hier etwas schwieriger, wir waren voll in der Sommer-Hochsaison. Letztendlich fanden wir ein schönes Zimmer in Weiden, aber ziemlich abseits in einem Seminarhotel inmitten der Natur mit einem eigenen Badesee.

Vom Neusiedlersee wollten wir nun definitiv nach Ungarn. Der Plan war, auf der Autobahn via Budapest quer durch Ungarn direkt nach Serbien/Belgrad zu fahren. Für Motorradfahrer ist Ungarn nicht besonders attraktiv, es ist einfach flach und nochmals flach und stundenlang durch die Puszta zu fahren macht keinen Spass. Zuerst mussten wir uns aber in Geduld üben. An der letzten Raststätte vor der ungarischen Grenze hatte es ellenlange Schlangen vor den Tankstellen. Wir beschlossen deshalb, die ungarische Autobahn-Vignette nach der Grenze an der ersten ungarischen Raststätte zu kaufen. Es hatte eine offizielle Verkaufsstelle für die Vignette, wo man auch mit Karte zahlen könnte, aber davor wieder eine unendlich lange Schlange. Annemarie fand weiter hinten eine andere Verkaufsstelle. Es stellte sich heraus, dass man die Nummer des Motorradkennzeichens angeben muss. Also wieder zurücklaufen und die Nummer abschreiben und wieder anstehen. Dann stellte sich heraus, dass man die Vignette nur in bar zahlen kann. Also beim Wechsel-Schalter nebenan anstehen und ungarisches Geld wechseln, um danach wieder beim Vignetten-Schalter anzustehen. Und niemand hatte es pressant, willkommen in Ungarn. An der nächsten Raststätte haben wir getankt und festgestellt, dass viele ihre Vignette stressfrei erst dort gekauft haben. Dann folgte ein Crash auf der Autobahn und Kilometer-langer Stau bei über 30 Grad. Bei der Ausreise aus Ungarn nochmals ein sehr langer Stau wegen der Passkontrolle und danach nochmals ein langer Stau bei der Einreisekontrolle nach Serbien und das bei 33/34 Grad. Das war definitiv kein toller Tag, musste aber einfach sein, um rasch nach Belgrad an die Donau zu gelangen.

Serbien kannten wir bereits von einer früheren Balkan-Reise. Die Fahrt auf der Autobahn ist eher langweilig, da das Land hier sehr flach ist. Die einzige Abwechslung war die Radarkontrolle. Bei uns undenkbar, in Serbien möglich, weil der Verkehr nicht sehr dicht ist: Der gesamte Autobahn-Verkehr wurde über einen Rastplatz umgeleitet und alle, die geblitzt wurden, wurden raus genommen. Wir hatten Glück… Es empfiehlt sich, sich in Serbien an die offiziellen Geschwindigkeiten zu halten. 

Übernachten wollten wir in Belgrad. Wir haben uns ein etwas gediegeneres, kleines Hotel (Savoy City) nahe dem Zentrum geleistet, wegen der Bewachung des Motorrades, das wir direkt vor den Eingang, im Blicke des Nachtportiers, stellen durften. Danach haben wir die Altstadt und Burg zu Fuss erkundet. Eine wunderbare, moderne und lebendige Stadt mit verkehrsfreien Strassen und Altstadtgassen. Unbedingt zur Burg laufen und ganz hinten im Park auf den Zusammenfluss der Donau und Sava hinunter schauen, eine wunderschöne Aussicht und Landschaft. In einer Altstadt-Gasse haben wir sehr gut und traditionell gegessen. Zu essen und trinken gibt es genug in all den Outdoor-Restaurants in den Altstadtgassen und für unsere Verhältnisse sehr günstig.

Aussicht von der Burg in Belgrad auf den Zusammenfluss der Donau und Sava

Von Belgrad fuhren wir zuerst ein Stück auf der Autobahn und wechselten dann auf die Landstrasse entlang der Donau bis zum Eisernen Tor. Eine wunderschöne, ländliche Strecke entlang des Flusses. Zwischendurch ist die Donau so breit, dass wir uns an einem See wähnten. In einem kleinen Dorf machten wir Rast, um etwas zu trinken. Wir brauchten ein paar Anläufe, bis wir die Gesten des Kellners verstanden, wie viel er für unsere Colas haben wollte. Dann kamen wir zum ersten Höhepunkt unserer Reise, das Eiserne Tor, die Landschaft ist hier so was von imposant. Die Donau, die hier so breit ist, dass sie wie ein See aussieht, muss sich beim Eisernen Tor durch eine schmale, dafür sehr tiefe Stelle zwischen den Felsen hindurchzwängen. Dies war früher die gefährlichste Stelle der Donau für die Schifffahrt und ohne ortskundige Lotsen kam hier kein Schiff durch. Der Damm mit dem Kraftwerk etwas weiter unten hat den Abschnitt etwas entschärft.

Das Eiserne Tor – Hier muss sich die breite Donau durch die schmale, aber sehr tiefe Selle zwischen den Felsen durchzwängen

Beim Kraftwerk-Damm wechselten wir über die Brücke von Serbien nach Rumänien. Bei der serbischen Ausreisekontrolle hatte es einen langen Stau, wir konnten aber mit dem Motorrad überholen man liess uns vorne problemlos reindrücken, es war schliesslich heiss auf dem Motorrad. Auf der Brücke ging dann bei der Einreise nach Rumänien gar nichts mehr, bis die Polizei mit Blaulicht anbrauste. Danach ging es dann doch relativ zügig voran, aber eine halbe Stunde an der brütenden Sonne zu warten zerrte an den Nerven. Bei der Zollkontrolle nach Rumänien muss der Fahrzeugausweis und Versicherungsausweis gezeigt werden. Es wird zwar darauf verwiesen, dass es für die rumänischen Autobahnen und grösseren Landstrassen eine Vignette braucht, aber kaufen kann man diese nach dem Zoll nirgends. Ein Armeeangehöriger hat uns auf rumänisch erklärt, dass wir eine Vignette an einer Tankstelle kaufen können. Nur hatte es keine Tankstelle bis zur nächsten grösseren Ortschaft in Drobeta Turnu Severin, wo wir auch gleich übernachteten. Die Strassen wurden etwas holpriger und am Anfang hatte es am Strassenrand etliche streunende Hunde, welche recht gefährlich sind, da sie plötzlich auf die Strasse laufen/überqueren. In Turnu Severin haben wir das einzige 4*Hotel ausgesucht, das bei uns gerade so als 3*Hotel durchginge. Die Hotelangestellten waren aber sehr freundliche, junge Leute, die relativ gut Englisch können. Am Morgen krähen die Hähne in voller Lautstärke neben dem Hotel, einen Wecker braucht man hier nicht…
In Rumänien wird in lateinischer Schrift geschrieben und die rumänische Sprache hat Ähnlichkeit mit den romanischen Sprachen wie Italienisch oder Französisch, was die Orientierung relativ einfach macht. Nach dem Zimmerbezug machten wir uns auf, um Turnu Severin zu entdecken. Als erstes fiel uns eine orthodoxe Kirch auf, wo schön angezogene Leute rein und raus gingen. Da es ein Geläufe rein und raus war und die Türen offen standen, getrauten wir uns, ein paar Schritte reinzugehen, weil wir neugierig waren, was da vor sich ging. Nach langem Singsang merkten wir dann, dass hier eine Taufe stattfand. Weiter auf unserem Rundgang kamen uns Hochzeitspaare entgegen. Am Sonntagnachmittag hat man hier Zeit für solche kirchlichen Zeremonien. Wir gingen runter an die Donau und sahen gegenüber der Bahnlinie ein Schiffsrestaurant. Dort wollten wir etwas trinken, aber wie kommt man dahin? In dem man einfach ungesichert über die Geleise läuft. Auf dem Rückweg entdeckten wir einen öffentlichen Brunnen, wo viele Einheimische mit grossen Kanistern Wasser holten. Auf dem Balkon eines netten Restaurants genossen wir Nachtessen, Sonnenuntergang, unseren ersten Tag in Rumänien und liessen den erlebnisreichen Tag nochmals Revue passieren.

Von Drobeta Turnu Severin fuhren wir über Landstrassen nach Pitesti. Manfred hat eine rumämische Bekannte, die ursprünglich von Pitesti ist und er wollte diese Stadt sehen, in der sie und ihr Schweizer Ehemann auch geheiratet hatten. Die Strassen sind neuer und gut asphaltiert. Die Herausforderungen auf der Strasse: Die Kamikaze-Autofahrer, die über die doppelte Sicherheitslinie in der Kurve überholen, die streunenden Hunde, die einfach auf die Fahrbahn laufen, die Ziegen, Kühe, Hühner, Pferde, die frei neben der Strasse liegen/stehen/ herumlaufen ohne Zaun. Ein Pferd erschreckte sich derart ob unserem Motorrad, dass es auf der Fahrbahn herumgaloppierte. Tiere inkl Hunde am Strassenrand sind nur in Siedlungsnähe ein Problem. Im Wald sieht man ab und zu überfahrene Kleintiere wie Hasen auf der Fahrbahn. Immer wieder hat es Pferdefuhrwerke auf der Strasse. Nach einer Kurve muss man immer mit solchen Gefährten oder Tieren auf der Fahrbahn rechnen und entsprechend vorsichtig fahren. Die Strecke war abwechslungsreich, Dörfer und freie Landschaften, flach und hügelig, kurvig und gerade. Es hat relativ viele Tankstellen. Strassen-Vignetten gibt es nur an grösseren Tankstellen wie zB OMV. Unterwegs hatte es immer wieder ein bisschen geregnet, weshalb wir Halt in einem einfachen Outdoor-Restsurant machten. Wir wollten eine Suppe, mussten uns aber mangels Sprachkenntnissen mit Händen verständigen… und waren gespannt, was uns serviert wird. Es kam tatsächlich die feine gewünschte Suppe. 

In Pitesti übernachteten wir im 4*Hotel Victoria mit Einstellhalle. Pitesti ist nicht besonders schön oder sehenswert, aber kaum waren wir im Hotel hat es richtig geschüttet. In der Fussgängerzone nahmen wir das Nachtessen. Die jüngeren KellnerInnen oder Tankstellenangestellten können meistens etwas English, die Verständigung ist relativ einfach. Die Türen der orthodoxen Kirchen sind meistens geöffnet, man kann einfach reinlaufen und ein bisschen teilhaben und mitstaunen, so auch in Pitesti. 

Von Pitesti fuhren wir in ca. 2,5 Stunden auf der gutausgebauten Autobahn in die Hauptstadt nach Bukarest, wo wir am Mittag eintrafen. Wir hatten so eine düstere Ostblock-Gebäude-Vorstellung von Bukarest und mussten schon wieder ein Vorurteil über Bord werfen. Bukarest ist wunderschön. Wir fanden das kleine aber feine K+K Elisabeta Hotel und der Empfang hätte nicht freundlicher sein können. Vor dem Hotel stand zufällig ein Verwandter der Hotelbesitzer, der in Wien wohnt und fliessend deutsch spricht und selber Motorradfahrer ist. Er hat sofort dafür gesorgt, dass das Motorrad gut versorgt war und wir zuerst Wasser und Kaffee auf Kosten des Hauser erhielten, bevor wir das Zimmer beziehen konnten.
Das Hotel liegt am Rande der Altstadt, die man gut zu Fuss erkunden kann. Die Altstadt hat uns positiv überrascht, viele wunderschöne Gassen und Ecken und massenhaft Beizli. Man verhungert und verdurstet hier nicht. Zum Rundgang durch die Stadt gehört auch die Besichtigung des Parlamentspalastes, ein grössenwahnsinniger Bau aus der Zeit des Ceaușescu-Kommunismus mit 1’100 Räumen. Bukarest ist definitiv eine Reise wert.

Der grössenwahnsinnige Parlamentspalast – ist auch mindestens so lang wie breit

Am nächsten Tag sollte der nächste Höhepunkt folgen. Wir wollten von Bukarest nach Constanta ans Schwarze Meer fahren. Das erste Stück der Autobahn war sehr holprig und verdient die Bezeichnung Autobahn eigentlich nicht, man muss sich als Motorradfahrer gut konzentrieren. Der zweite Teil der Autobahn war besser und kostete zusätzlich zur Vignette noch Mautgebühr. Als Motorradfahrer wurden wir allerdings durchgewinkt und mussten nichts bezahlen.
Constanta, endlich, der östlichste Punkt, wir sind am Schwarzen Meer. Die Stadt war für uns eher enttäuschend. Anstelle des erwarteten Badeortes, wirkte der Ort auf uns eher wie eine etwas heruntergekommene Hafenstadt.
Nachdem wir das kleine, familiäre und antik eingerichtete Hotel Carol in einer ehemaligen Villa gefunden hatten, besuchten wir zu Fuss die ‚Altstadt‘ und badeten am Strand die Füsse im Meer. Das Ziel von Manfred: im Schwarzen Meer stehen. Liegestühle und Sonnenschirme wären vorhanden gewesen, aber das Wetter war etwas durchzogen und windig und wir (und auch fast alle anderen) hatten keine Lust zum Baden. 

Ziel erreicht, hier geht es nicht mehr weiter nach Osten, wir sind am Schwarzen Meer angelangt
Wunsch erfüllt – Manfred steht im Schwarzen Meer

Am Abend machten wir uns Gedanken darüber, wie wir ins Donau-Delta kommen. Das gestaltete sich schwieriger als zuerst gedacht. Man kann nicht einfach „ins Donau-Delta“ fahren und sich dort mal nach einem Hotel umsehen. Das Delta ist riesig, die Donau verzweigt sich in drei Haupt- und unzählige Nebenarme und man muss sich entscheiden, an welchen Arm und in welche Ortschaft man fahren will. Klar war, wir wollten irgendwie auch mit einem Boot ins Delta. Naheliegend wäre Tulcea gewesen, von hier fahren massenhaft Touristenboote ins Donau-Delta. Aber eben Touristen und Boote in Massen, das schreckte uns etwas ab. Da die Unterkünfte nicht gerade konzentriert an einem Ort sind, kamen wir zum Schluss, dass es wohl besser ist, einen Tag zum voraus eine Unterkunft zu buchen und direkt dorthin zu fahren. Wir checkten also booking.com und tripadvisor und plötzlich weckte ein sehr spezielles Angebot unsere Aufmerksamkeit. Nach kurzer Beratung beschlossen wir, zu buchen und waren gespannt, ob das was wird und wenn ja, was? Eine Viertelstunde nach der Buchung meldete sich der Vermieter per WhatsApp in sauberem Englisch und fragte, wann wir ungefähr eintreffen werden. Das kam gut, wir waren beruhigt und am Schluss war es etwas vom Besten, was wir auf dieser Reise erlebten, weshalb wir hier kräftig Werbung für Romeo und Sica machen (Link am Schluss unter Fazit). 

Wir fuhren also am nächsten Tag Richtung Donau-Delta. Zuerst entlang dem Meer, um kurz nach Constanza festzustellen, dass hier in Mamaia die schönen Hotels am Strand gewesen wären. Eine schmale Landzunge zwischen Meer auf der einen Seiten und einem See auf der anderen Seite, voll mit Hotels direkt am Meer oder Seestrand. 

Danach fuhren wir auf kleineren Umwegen durch Dörfer Richtung Delta. Die Strassen waren ruppig und alles sehr ländlich und arm mit etlichen Pferdefuhrwerken und Strassenkötern überall. Eine Umleitung führte uns längere Zeit über eine Schotter-Strasse, was nicht ungewöhnlich ist, die Nebenstrassen in den Dörfern sehen alle so aus. Nur die Hauptstrasse ist jeweils geteert. Die Landschaft verändert sich zusehends, immer mehr Seen, das Delta wurde spürbar. So ging es nach Mahmudia an den südlichsten der drei Donau-Arme, den Sfântu Gheorghe (Sankt Georg)-Arm. Mahmudia ist ein relativ kleines Dorf am Donau-Delta. Wir suchten also unsere Bleibe, wussten nur, dass sie irgendwo etwas abseits des Dorfes direkt am Fluss war, ein Zimmer in einem Ponton an Land. Am Ende des Dorfes, dort wo das Navi meinte, wir müssten nahe dran sein, führte nur eine Art ausgetrocknetes Bachbett zur Donau hinunter. Als Kehrt zurück zur Dorfmitte. Wir riefen Romeo an und fragten nach dem Weg. Zurück dorthin, wo wir gerade herkamen. Er kam uns zum Glück mit dem Auto entgegen und wir konnten ihm nachfahren… durch das „Bachbett“ hinunter zur Donau. Mann, wie kommen wir da mit dem vollbeladenen Motorrad je wieder hinauf? Romeo meinte nur, kürzlich seien auch ein paar Motorradfahrer da gewesen und die hätten es auch geschafft. Unten angekommen fanden wir uns in einer Art Touristen-WG an idyllischer Lage wieder. Das Zimmer war einfach aber absolut sauber und ok mit direktem Blick auf die Donau und einer kleinen einfachen Nasszelle. Das Ponton verfügt über 4 solcher Zimmer, einem Vorraum zum Essen, Diskutieren, Sein und einer Küche zum Kochen… aha, Verpflegung gibt es hier grundsätzlich keine, wir hätten unser eigenes Essen und Trinken mitbringen sollen… das wussten wir nicht. Die anderen drei Zimmer waren von zwei rumänischen Paaren und einer dreiköpfigen rumänischen Familien bewohnt. Romeo und Sica wohnen hinter dem Ponto im Wohnwagen. Ab Mittag wird hier Rosé Spritz getrunken, der Rosé-Wein kommt von der benachbarten Weinbäuerin, herumgehangen, gefischt und das Leben genossen. Ein kleines Paradies auf Erden. Man sitzt zusammen, diskutiert, hört Musik (Romeo ist ein grosser Musik-Fan). Die meisten konnten gut bis sehr gut Englisch: Romeo ist eigentlich Manager bei einer Reederei in Constanta, dazu ein pensionierter Angehöriger der US-Army (wurde mit 45 pensioniert) mit seiner rumänischen Frau, sie IT-Spezialistin und ein junges Ärzte-Paar. Die Familie mit dem erwachsenen Sohn konnte leider nicht Englisch, weshalb eine Unterhaltung kaum möglich war. Abends fuhren wir mit einem Auto hoch ins Dorfzentrum zum Einkaufen und danach wurde gemeinsam gegrillt und gegessen. Was wir von Romeo und Sica an Essen und Trinken bezogen haben, haben wir Ihnen bei der Abreise zusammen mit dem Zimmer bezahlt, da doch einige Gläser Wein auf unser Konto gingen. Danach wurde Spritz, Schnaps und Bier getrunken bis spät in die Nacht geredet und gelacht. Am gleichen Abend war Vollmond und Mondfinsternis und das im Donau-Delta direkt am Wasser. Dazu Rosé in rauen Mengen, am Schluss haben wir den Rumänen via Spotify Schweizer Volksmusik näher gebracht. Das war Ferien pur. Und dann kam noch die Frage von Romeo, ob jemand Lust hat, am nächsten Tag mit ihm und seinem kleinen Boot durch das Donau-Delta zu fahren. Und ob wir Lust hatten. 

Morgendämmerung – Blick aus unserem Schlafzimmerfenster, direkt an der Donau im Delta – besser geht nicht

Auf einen Tip von Romeo stand Annemarie morgens und 6 Uhr auf, um den  Sonnenaufgang zu sehen. Diese Stimmung und die Ruhe am Morgen früh an der Donau, einmalig. Wer zuerst aufsteht macht übrigens Kaffee für alle. Nach dem Frühstück (selber mitnehmen) ging es also los, Romeo, wir beide und das junge Ärzte-Paar. Für die Fahrt bezahlten wir ca. 50 Euro, was wir angemessen fanden, für das was uns geboten wurde. Man muss das Delta gut kennen, es hat tausende von diesen Grasinseln, die sich täglich verschieben können. Romeo wusste genau, wo er hinfahren muss und vor allem wie er hinfahren muss, damit wir die einzigen Pelikane von Europa und andere Vögel zu Gesicht bekamen. Die andere Touristenboote, vollbeladen mit eingequetschten Touristen in Schwimmwesten, preschten durch das Delta und verscheuchten alle Vögel, bevor sie jemand sehen konnte. Romeo hingegen fuhr fast lautlos so nahe an die Pelikane heran, dass wir sie fotografieren konnten, im Wasser und in der Luft. Wenn sie in der Luft kreisen, sieht das fast wie ein choreografierter Tanz aus, einfach nur schön und sehr eindrücklich. Wir fuhren etwa 3 Stunden durch die Grasinseln, dann wieder durch Wasserkanäle, die sich am Ende zu einem kleinen See öffneten, bevor es wieder durch einen anderen Kanal weiter zum nächsten See ging. Ein einmaliges Erlebnis, durch das riesengrosse Biosphärenreservat des Donau-Deltas zu gleiten, wo bisher etwa 5’200 Tier- und Pflanzenarten katalogisiert wurden.

Im Donau-Delta
Die einzigen Pelikane in Europa – im Donau-Delta

Zurück in unserer kleinen, aber einfachen Oase, war Zeit, mit dem Rosé-Spritz zu beginnen und mehr von unseren rumänischen Mitbewohnern zu erfahren. Manfred musste ganz beschämt ein Eingeständnis machen: Dass wir ein völlig falsches (und schlechtes) Bild der Rumänen haben und wieder mussten wir ein Vorurteil über Bord werfen. Die rumänischen Leute in unserer kurzen Wohngemeinschaft am Donau-Delta waren so was von freundlich, aufgestellt und liebenswert, dass sie uns alle ans Herz gewachsen waren und wir am liebsten geblieben wären. Sie haben auch alles mit uns geteilt und die Türen zum Ponton oder zu den Zimmern waren nie abgeschlossen. Und wir dachten, vor den Rumänen sei nichts sicher. Wir haben unsere neuen Freunde darauf angesprochen und sie meinten nur lakonisch, gut sind diese Diebesbanden bei euch, dann haben wir sie nicht hier bei uns. Wir dachten auch, die Rumänen seien dunkle, schwarzhaarige Menschen. Die grosse Mehrheit der Rumänen sieht aber eher so aus wie wir West-Europäer. Was wir im Kopf hatten, sind die Roma- und Sinti-Völker, die in Rumänien sehr verhasst sind. Wenn wir in der Schweiz so mit einem Minderheiten-Volk umgehen würden oder nur schon so über sie sprechen würden wie die Rumänen, hätten wir eine heftige Klage am Hals. Abends gingen wir alle zusammen mit den Autos in das nahegelegene Ausflugsrestaurant/Hotel zu einem feinen Abendessen, um anschliessend auf einem anderen abenteuerlichem Weg steil über die Wiesen hinunter wieder zum Ponton zu gelangen. 

Unsere liebenswerten und lustigen Gastgeber im Donau-Delta: Romeo und Sica

Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen von dieser einfachen aber idyllischen Oase an der Donau und von den Menschen, die wir in kürzester Zeit lieb gewonnen haben. Wir wollten in die Karpaten. Zuerst hiess es aber, mit dem vollbepackten Motorrad das „Bachbett“ zu erklimmen. Manfred brauchte alle Kraft, um das Motorrad über die steile Schotterstrasse zu balancieren und war fast am Ende seiner Kräfte, als wir endlich oben angelangt waren und wieder einigermassen so was wie eine Quartierstrasse unter den Rädern hatten. Auf Landstrassen und als Abkürzung mit einer Fähre ging es nach Brasov. Unterwegs auf der Strasse trafen wir einen Berner Motorradfahrer, der von Ankara kam, also noch ein Stück weiter als wir. Wir fuhren durch sehr unterschiedliche Dörfer, reichere und ärmere. Es hatte viele Pferdefuhrwerke und Strassenhunde. Dann in den Karpaten angelangt, eine völlige andere Landschaft und andere Häuser, es hätte in Deutschland sein können, alles blitzsauber, gerade, fast pingelig. In Brasov/Kronstadt angekommen, fanden wir auf Anhieb ein Zimmer im Hotel Gott am Rande der Altstadt. Eine schöne Altstadt, teilweise auf Deutsch angeschrieben. In Siebenbürgen/Transsylvanien lebt eine deutschsprechende Minderheit. Man vergisst fast, dass man in Rumänien ist. Die Berg-Ferienorte sehen fast aus wie bei uns. 

Ein Emmentaler auf der Rückreise von Ankara

Die Tagesziele waren klar: Am Abend irgendwo am Einstieg der Transfagarasan eine Übernachtungsmöglichkeit finden und unterwegs schnell bei Graf Dracula auf Schloss Bran vorbeischauen. Es regnete schon am Vorabend in Brasov, was uns abwechslungsweise zum Shopping und Apéro zwang, um am Schärmen zu sein. Am Morgen fuhren wir also im Regen los, in der Hoffnung, dass es bald wieder aufhört. Wir sind aber stundenlang im strömenden Regen gefahren. Bis Schloss Bran waren die Strassen recht gut, teilweise neu geteert. Schloss Bran haben wir dann nur von aussen besichtigt. Der Touristenaufmarsch an einem Sonntag ist enorm, so dass wir keine Lust hatten, mit den dreckigen und nassen Motorradkleidern im Regen lange anzustehen. Zudem wussten wir nicht, was uns noch erwartet bis zum Etappenziel. Es ging dann ziemlich rauf und runter, die Strassen waren teilweise fast wie Bäche und wir hatten definitiv den Rumpelstrassen-Tag eingezogen. Es war für den Piloten eine ziemliche Herausforderung. Die Strassen waren unglaublich schlecht, vor allem auf der letzten Tagesetappe via Curtea des Arges nach Vidraru/Arfeu. Wenn man die Transfagarasan fahren will, unbedingt lange vor dem eigentlichen Einstieg volltanken und Bargeld besorgen. Es hat zwar immer wieder kleine Dörfer der Strasse entlang, aber weit und breit keine Tankstelle mehr und einen Bankomaten sowieso nicht. Wir sind bis zum Vidraru-Stausee in der Gemeinde Arfeu hochgefahren und haben im Hotel Posada Vidraru direkt am Stausee übernachtet. Es ist hier das einzige Hotel weit und breit, aber auch hier gibt es weder Benzin noch Bargeld. Rund um das Hotel hat es Stände von Einheimischen, die Essen und Trinken und selber gefertigte Sachen anbieten, aber eben, nur Barzahlung. Im Hotel selber kann man mit Kreditkarte zahlen. Die Hotelzimmer sind schön und die Lage direkt am See ebenfalls. Aber das Essen und der Service sind lausig und wir sind sonst nicht sehr heikel. Am Wochenende ist hier ziemlich viel los in dieser Gegend, es ist ein Ausflugsziel für die Einheimischen. Der See ist auch wirklich sehr idyllisch. Es hat Bären in dieser Gegend und der See zieht sie offenbar auch an zum Trinken und Baden. Im Hotel wird davor gewarnt, nachts raus zu gehen wegen den Bären. Wir haben leider keine gesehen

Die nächste Tagesetappe war auch klar, von Vidraru über die Transfagarasan auf die andere Seite der Karpaten nach Sibiu/Hermannstadt. Zuerst fährt man ziemlich lange am See entlang, danach geht es in die Höhe. Es ist für Motorradfahrer eine sehr schöne Strecke, die einem Alpenpass entspricht. Die Passhöhe ist auf 2200m, wo man durch einen kurzen Tunnel fährt. Auf der anderen Seite war es leider eher neblig. Es hat ganz viele Kehren bis ins Tal hinunter und die Sicht (bei gutem Wetter) darauf kurz nach der Passhöhe ist schon imposant. Die Transfagarasan ist mittlerweile durchgehend geteert und sehr gut zu fahren. Im Tal angekommen, auf der Nordseite der Karpaten, sind wir in einer anderen Welt. Alles ist sehr sauber, schön gepflegt, super Strassen, beinahe deutsche Gründlichkeit, obwohl kaum mehr deutschsprachige Nachkommen von deutschen Auswanderern hier leben. Sibiu/Hermannstadt hat eine sehr grosse und schöne Altstadt. Wir haben im Hotel am Ring direkt am Grossen Platz übernachtet. Das Hotel ist ok, alles antik eingerichtet. Das Motorrad mussten wir aber etwas weiter weg auf dem öffentlichem Parkplatz abstellen, weil sich das Hotel in der Fussgängerzone befindet. Gemäss Hotel-Reception, Bar-Besitzer neben Parkplatz und Polizist, der zufällig vorbeimarschierte, sei es hier sicher und kein Problem, das Motorrad abzustellen, vorausgesetzt, ein Parkticket wird gelöst. Wir waren skeptisch, aber sicher, dass der Bar-Besitzer ein Auge drauf werfen wird und der Polizist, obwohl wir uns mit Worten kaum verständigen konnten, half beim Parkticket lösen. Nach der Stadtbesichtigung haben wir im sehr traditionellem Restaurant Sibiu Vechia gegessen. Das können wir sehr empfehlen. Wir haben sehr gut gegessen, die Bedienung ist freundlich, schnell und sprachgewandt. Die Küche dauerte etwas länger, dafür alles ganz frisch zubereitet. 

Auf der Transfagarasan

Am nächsten Tag ging es wieder zurück in den Süden der Karpaten. Diesmal nahmen wir den anderen Übergang, die Transalpina. Auf dem Weg zum Einstieg in die Transalpina sind wir durch die wunderschöne Landschaft von Siebenbürgen gefahren. Alles ist sehr geordnet und gepflegt, vorbei an romantischen Weihern. Vor allem Sebes/Mühlbach ist uns aufgefallen. Das ist sehr herausgeputzt und mit viel Blumenschmuck und entsprechend hat es hier auch mehr (Wander)Touristen als anderswo. Hier muss man auch abzweigen zur Transalpina. Wenn man den Pass von der Nordseite her anfährt, ist es eine lange Anfahrt durch Tannenwälder und stetig steigend bis zum Stausee. Auch hier unbedingt vorher volltanken und Bargeld besorgen, spätestens in Mühlbach. Es kommt danach sehr lange keine Tankstelle mehr. Restaurants hat es hie und da, essen und trinken ist kein Problem. Ab dem Stausee wird es kurvig. Auch hier ist mittlerweile alles durchgehend geteert. Die Strasse ist schön und breit ausgebaut mit vielen langgezogenen Kurven, so richtig schön zum Motorradfahren. Bis dahin hatten wir schönes Wetter. Das letzte Stück vor und nach dem Passübergang ist beidseitig steil mit vielen engen Kurven. Leider war es hier neblig und es fiel leichter Regen. Offenbar ist das hier meistens so, die Wolken hängen da so richtig um den Pass herum. Aufpassen muss man auf Tiere, die auf und direkt neben der Strasse stehen: Kühe, Pferde, Schafe, Esel. Streunende Hunde hat es in Siebenbürgen fast keine. Beim ersten Dorf auf der Südseite haben wir Rast gemacht und eine Suppe gegessen, weil es teilweise stark regnete. Eine Gruppe freundlicher, türkischer Motorradfahrer machte ebenfalls hier Rast. Sie fuhren genau den umgekehrten Weg wie wir. Als wir weiter fuhren mussten wir feststellen, dass nur 100 – 200 m weiter vorne im Dorf die Strassen trocken waren. und etwas weiter unten die Sonne wieder schien. Die Dörfer waren hier im Süden der Karpaten wieder etwas weniger gepflegt. In Targu Jiu entschieden wir, nach Norden bis Petrosani zu fahren, weil es in die andere Richtung stark gewitterte. In Petrosani, etwas abseits vom Dorf fanden wir ein geiles Hotel. Super grosse und sehr speziell eingerichtete Zimmer. Neben dem Gartenrestaurant hatte es einen Pool, den alle benützen durften und rund um den Pool und im Gartenrestaurant lungerten Hühner und Katzen herum. Leider war der Service und Essen nicht so gut, aber akzeptabel.

Auf der Transalpina

Unser letzter Tag in Rumänien. Wir fuhren also von Petrosani gegen Westen, der Grenze zu und peilten Szeged kurz nach der ungarischen Grenze an. Wir haben uns entschieden, dass wir nicht wieder Richtung Budapest und Österreich fahren wollten, sondern Richtung Kroatische Küste. Wir sind über Landstrassen und Autobahn Richtung Landesgrenze gefahren. Die Strassen sind hier top, aber es hatte Richtung Grenze sehr viele Lastwagen. Landschaftlich ist dieses Gebiet nicht nennenswert, für uns war es eine Transferstrecke. 

In Szeged/Ungarn haben wir ein kleines tolles Hotel gefunden in einer umgebauten Villa. Ohne Tripadvisor hätten wir dieses Hotel allerdings nicht gefunden, da es von aussen nicht als Hotel gekennzeichnet ist. Die Stadt hat ausser der grossen Kathedrale nicht so viel zu bieten, es ist eine Universitätsstadt.

Auf dem Weg von Szeged nach Kroatien lieg der Balaton/Plattensee. Das war unser Tagesziel. Wir haben Bekannte im Dorf, von denen wir wussten, dass sie bzw. der Vater ein Ferienhaus am Plattensee hat und sie im Sommer immer ein paar Wochen dort verbringen. Also haben wir kurz gecheckt, ob sie da waren und wir sie besuchen können. Und ja, sie waren im Ferienhaus und deshalb haben wir Badacsony angepeilt, ein typischer Sommerurlaubsort. Wir wollten unterwegs etwas sehen von Landschaft und Dörfern. Es war aber eine total langweilige Reise, die Strecke über Land hat gar nichts gebracht, wir wären besser auf der Autobahn gefahren. Die Region Plattensee ist schön und sehr touristisch. Im Sommer gibt es kaum freie Hotelzimmer. Wir haben deshalb via booking.com im Hotel Halaszkert gebucht. Ein gutes 3* Hotel, mit gutem Essen (natürlich ungarisches Gulasch). Das Personal am Empfang und imRestaurant ist sehr freundlich. Vor dem Essen haben wir unsere Bekannten besucht. Das Haus liegt wunderschön am Hang mit einem tollen Ausblick auf den Plattensee.

Ausblick auf den Plattensee vom Ferienhaus unserer Bekannten

Nochmals ein Transfertag, vom Balaton an die kroatische Küste, nach Selce ins Motorradfahrer-Hotel von Ljubo, wo wir auf früheren Reisen schon übernachteten. Es war wieder ein Transfertag und wir fuhren alles Autobahn, um vorwärts zu kommen, die Strecke an die Küste führt durch das bergige Hinterland von Kroatien.  Nach 2 Wochen im Sattel hatten wir nicht mehr gross Lust auf Kurven und Berge. Wir waren nun zum dritten Mal in Selce im Biker’s B&B von Ljubo. Es ist immer sehr angenehm hier. Es ist einfach, aber alles was man braucht ist da und die Zimmer haben westlichen, einfachen Standard. Ljubo spricht fliessend Deutsch und Englisch, was auch die Kommunikation sehr einfach macht, Kontaktdaten siehe Blog-Beitrag „2015 Italien – Kroatien“. Wir haben noch zwei Tage in Selce relaxt, sind faul in den Liegestühlen am Meer herumgehangen und haben gebadet. Abends im üblichen Restaurant Riva Fisch gegessen, wie immer freundliche und sprachgewandte Bedienung. Auf dem Dorfplatz spielte eine super Live-Band und der Pilot wollte unbedingt auf dem Dorfplatz mit der Sozia tanzen.

Ein weiterer Entspannungstag ohne Motorrad folgte. Sonnenschirm und Liegestuhl und dolce far niente. Die kroatische Küste wie immer fantastisch, blaues, kristallklares Wasser und blauer Himmel, man kann sich fast nicht sattsehen. Selce hat sich in den letzten Jahren extrem verändert, vom Dörfchen mit Charme und einfacher Infrastruktur zum modernen Ferienort. Am Abend haben wir etwas Neues ausprobiert und in der Weinstube gegessen. Die Wahl des  Tagesmenüs mit Fisch und Muscheln hat sich gelohnt, einfach super. Sehr empfehlenswert dieses neue Restaurant.

Dolce far niente in Selce

Dann ging es heimwärts, von Selce nach Meran im Südtirol. Auf der Autobahn hatten wir fast einen Hitzschlag, es war extrem heiss, bis 39 Grad. Meran hat eine hübsche Altstadt. Im Forst im Biergarten haben wir sehr gut gegessen, bis ein plötzliches und heftiges Gewitter dem ein jähes Ende setzte. Es hat geschifft wie blöd und der Biergarten stand bald einmal unter Wasser und die Gäste barfuss im Wasser mit den Schuhen in den Händen. Übernachtet haben wir im Hotel Westend. Nichts besonderes, etwas in die Jahre gekommen, aber als 3* Hotel ok, sauber und zahlbar für eine Nacht, immerhin: eine prall gefüllte Minibar nach der Hitzefahrt auf der Autobahn.

Von Meran machten wir nochmals eine Berg- und Pässetour und fuhren via das Münstertal – Ofenpass – Engadin – Flüelapass – Davos  und dann auf der Autobahn nachhause.

Video über unsere Rumänien-Reise

Fazit: 
Rumänien ist anders, als wir uns das vorher vorgestellt hatten und wir können dieses Land nur empfehlen, es hat uns sehr beeindruckt. Für Motorradfahrer ist das Karpatengebirge natürlich anziehend. Die berühmten Passtrassen durch das Karpatengebirge Transfagarasan und Transalpina sind heute durchgehend geteert und sehr gut befahrbar. Die Transalpina-Strasse ist absolut super ausgebaut, die Transfagarasan-Strasse mehrheitlich auch, nur die Anfahrt nach Vidraru war sehr holprig. Für die Kleber-Sammler gibt es die Passstrassen-Kleber an verschiedenen Ständen rund um die Passhöhen.

Wir fühlten uns immer sicher und sehr willkommen. Rumänien hat uns laufend positiv überrascht und das Land ist sehr einfach zu bereisen, auch mit dem Motorrad.
Die Hotels, in denen wir übernachteten, waren meistens so auf einem 3*Standard, es hatte praktisch überall Dusch, Schampo und Haartrockner und man kann normale Standard-Stecker einstecken, es braucht keinen Internationalen Stecker. Die Strassen sind unterschiedlich, man weiss nie, was einen erwartet. Ein kleine Landstrasse durch den Wald kann total saniert und super geteert sein, ein Autobahnstück kann löchrig und holprig sein. Wir sind sicher, dass die Strassen ein Jahr nach uns wieder anders aussehen. Die Strassen werden laufend saniert, da Rumänien ja nun EU-Mitglied ist und das Geld für die Infrastruktur ins Land fliesst.

In Restaurants, Tankstellen usw. wird man wird oft gefragt ob Cash oder Card, was heisst, dass Karten mittlerweile recht verbreitet sind.

Eine besondere Werbung machen wir hier für Romeo und Sica Tanasescu, unsere Hosts im Donaudelta, mit dem „Delta Pontoon.“. Wer sich getraut, mit dem Motorrad oder dem Auto da ans Donauufer runter zu fahren und einfache Verhältnisse nichts ausmachen, dem empfehlen wir diese Unterkunft wärmstens. Unbedingt eigenes Essen und Getränke für alle Mahlzeiten mitnehmen. Küche, Kühlschrank, Grill, Geschirr usw. ist alles vorhanden und kann benutzt werden.
https://www.booking.com/hotel/ro/delta-pontoon.de.html

Es gibt vieles zu entdecken und wir haben nur einen Teil des Landes gesehen. Wir fühlten uns überall immer sicher, die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. Mit Englisch kommt man sehr gut durch. 

Serbien ist im Norden flach und für Motorradfahrten eher langweilig, gegen Süden wird es bergiger und spannender. Grundsätzlich fühlt man sich in diesem Land ein paar Jahrzehnte zurückversetzt, ausser in der Hauptstadt Belgrad, die modern, lebendig, pulsierend ist. Trotzdem, auch in Serbien fühlten wir uns immer sicher, auch hier sind die Leute sehr freundlich und hilfsbereit. Sprachlich kommt man auf dem Lande schon mal an die Grenzen, aber mit Händen und Zeichensprache geht es immer. Der Unterschied, ob ein Land von der EU unterstützt wird oder nicht ist massiv. 
Entlang der Autobahnen und Landstrassen hat es relativ viele Tankstellen. Die Wegweiser in Serbien sind praktisch immer in kyrillischer und lateinischer Schrift geschrieben, die Orientierung ist recht einfach.

Ungarn ist speziell was die Währung, die Sprache und die Landschaft angeht. Budapest und der Plattensee sind schön, wobei der Plattensee nicht mit Schweizer Seen mithalten kann, aber in der Öde der Pusta ist der Plattensee eine willkommene Abwechslung und sehr touristisch mit typischen Badeorten und Schifffahrten auf dem See. Ansonsten ist Ungarn mehrheitlich flach und für Motorradfahrer nicht sehr attraktiv. Der Grund, weshalb wir Ungarn auf der Autobahn so schnell wie möglich durchquerten. 

Währung:
Ungarn: Forint, Serbien: Serbische Dinar, Rumänien: Leu/Lei, Kroatien: Kuna.

Autobahn:
Ungarn: Autobahn Vignette, dafür muss man beim Grenzübertritt einige Zeit einrechnen zum Anstehen und es kann nur mit Bargeld bezahlt werden, das man sich zuerst nach dem Grenzübertritt beschaffen muss, Kreditkarte wird nicht akzeptiert.
Serbien: Autobahn zu unserer Zeit noch frei, heute Maut mit elektronischer Geschwindigkeitskontrolle.
Rumänien: Vignette für Nationalstraßen, Schnellstraßen und Autobahnen, zusätzlich teilweise Maut, Motorräder teilweise ausgenommen. Die Rovignette kann man an grösseren Tankstellen (z.B. OMV) kaufen.

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Unser Hotel in Belgrad – das Motorrad direkt vor der Eingangstüre
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…und Strassenköter
Unterwegs Richtung Donau-Delta
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Unser Zuhause für die nächsten 2 Tage – Im Ponton von Romeo und Sica
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Abendstimmung im Delta
Morgenstimmung in Mahmudia
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Donau-Delta – die einzigen Pelikane in Europa
Pelikane im Donau-Delta
Es gibt diesen Weg runter zum Ponton
Oder diese Schotterpiste
Markt in Mahmudia
Wir verlassen das Donau-Delta Richtung Brasov
An der Strasse wird feil geboten, was der Garten hergibt
Das ist keine Ausnahme, so sehen alle Nebenstrassen aus, nur die Hauptstrasse ist jeweils geteert
Dien einen parken das Auto am Strassenrand, die andren das Pferdefuhrwerk
Die Karpaten kommen näher
So sieht es aus, wenn der Motor der Fähre gestartet wird
Brasov / Kronstadt
Brasov
Brasov
Brasov – abwechslungsweise Apéro und Shopping – weil es regnet
Schloss Bran – hier hat Graf Dracula viel Zeit verbracht
Unterwegs Richtung Transfagarasan
Curtea des Arges
Unser Holperstrassen-Tag
Es geht hoch zum Vidraru-Stausee
Vidraru-Stausee
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Unser Hochzeitstag in Vidraru
Unser „Hochzeitstag-Essen“ – etwa das schlechteste Essen auf der ganzen Reise – mehr gab das Restaurant nicht her
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Leider Nebel, man sieht die Kehren nicht so gut
In Siebenbürgen
Wieder mal die Autobahn für uns allein
Sibiu / Hermannstadt
Mühlbach
Auf der Transalpina am Stausee
Nach dem Stausee gehts richtig los mit der Transalpina – ein Motorradfahrer-Traum
Auf der Transalpina – durch die Karpaten von Norden nach Süden
Es hat immer wieder Tiere auf und direkt neben der Strasse
Leider auch hier oben Nebel
Unten im Tal angelangt, hier sind Sitzbänkli Trumpf
Jede Hauszufahrt hat Sitzbänkli
Unser spezielles Hotel in Petrosani
Im Westen Richtung ungarische Grenze – wir sind wieder mal allein auf der Autobahn
In Grenznähe hat es sehr viele Lastwagen
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Szeged
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Aussicht auf den Plattensee vom Ferienhaus unserer Bekannten
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Im Südtirol
Meran
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Münstertal
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