2012 – Slowakei – Südpolen – Tschechische Republik

1 Woche: Oberaargau – Innsbruck – Bratislava – Krakow/Krakau – Wroclaw/Breslau – Horni Cerekev – Nürnberg – Oberaargau

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Die erste Etappe führte uns nach Innsbruck, wo wir übernachteten.

Am zweiten Tag fuhren wir mehr oder weniger auf der Autobahn an Wien vorbei in die Slowakei nach Bratislava/Pressburg, der früheren Krönungsstadt der ungarischen Könige, u.a. wurde hier Maria Theresia gekrönt. Die imposante Kirche thront hoch über der Donau auf dem Felsen. Bratislava hat eine hübsche Altstadt und viele Restaurants mit deftigem Essen.

Von Bratislava fuhren wir quer durch die Slowakei auf einer super neuen Autobahn mit praktisch 0 Verkehr nach Süd-Polen, nach Krakow/Krakau. Entgegen unseren Erwartungen hat Krakau eine wunderschöne Altstadt und ein pulsierendes Leben. Wir fanden ein Hotelzimmer in einem ehemaligen noblen Pferdestall.

Von Krakau aus besuchten wir das leider sehr bekannte KZ Auschwitz-Birkenau. Tausende Besucher werden täglich durch das KZ geschleust. Ein Rundgang ist nur mit einer geführten Gruppe möglich. Wir mussten deshalb warten, bis eine deutschsprechende Gruppe an der Reihe war. Die Gruppenführungen sind zeitlich streng getaktet, ansonsten wäre der Besucheransturm nicht zu bewältigen. Die Art und Weise, wie das KZ präsentiert wird, macht einem die schiere Anzahl von Menschen, die hier ermordet wurden, sehr bewusst und man wird sehr nachdenklich, wenn man die Unmengen von Schuhen, Haaren, Kleidern sieht, die alle einmal einzelnen Opfern gehört haben, die am Schluss in der Gaskammer standen, wie auch wir gegen Schluss der Führung in Auschwitz. Die Führung wäre danach noch weitergegangen mit einem Bus nach Birkenau, die eigentlich noch schlimmere Wirkungsstätte der Nazis. Wir hatten nach ca. 3 Std. warten und Führung aber genug und mussten das Gesehene und Gehörte zuerst verdauen. Wir verzichteten deshalb auf die zusätzlichen ca. 1,5 Std. in Birkenau, die inbegriffen gewesen wären.

Wenn man die ganze Führung machen will, muss man einen Tag einrechnen mit Anfahrt, Anstehen für’s Ticket, warten auf die Gruppenführung, Führung in Auschwitz, Bus-Transfer und Führung in Birkenau und Rückfahrt.

Von Auschwitz oder Oświęcim (den deutschen Namen findet man auf keinem Strassenschild) fuhren wir wieder auf einer neuen Autobahn mit sehr wenig Verkehr nach Wroclaw/Breslau. Hier fanden wir einen Studenten, der super Deutsch sprach und mit uns eine interessante und informative Stadtführung durch die wunderschöne Altstadt von Wroclaw per Velo-Ritschka machte. 

Von Wroclaw  fuhren wir wieder gegen Westen durch die Tschechei. Wir wählten diesmal mehrheitlich Landstrassen, um etwas von Land und Leuten zu sehen. Überall wurden am Strassenrand Schafe am Spiess gebraten, die Reise war landschaftlich aber eher langweilig. Das Land, zumindest da wo wir durchfuhren, ist flach und man fährt stundenlang abwechslungsweise neben Mais- oder Weizenfeldern, die man irgendwann fast nicht mehr sehen kann. 

Als Etappenort zum Nächtigen wählten wir Horni Cerekev, die Partnergemeinde von unserem Wohnort. Horni Cerekev hat aber neben unserem Wohnort noch zwei andere Partnergemeinden aus der EU. Der finanzielle Zustupf nimmt man wohl dankend entgegen, aber daneben interessiert das im Dorf niemanden. Vor dem Schulhaus steht immerhin ein Ruhebänkchen, wo der Name unseres Dorfes drauf steht. Im einzigen Hotel am Ort, das sich ja touristisch auskennen müsste, hat man uns nur unverständlich angeschaut, als wir erklären wollten, dass wir aus ihrer Partnergemeinde in der Schweiz kommen. Das hat hier einfach niemanden interessiert und den Namen unseres Dorfes hatten sie offenbar noch nie gehört oder schnell wieder vergessen, nachdem wir mit unseren Steuergeldern die Heizungssanierung des Schulhauses bezahlt hatten.

Am nächsten Tag verliessen wir die Tschechei und fuhren nach Nürnberg, das an der Strecke zurück in die Schweiz liegt. Am Nachmittag angekommen, hatten wir genügend Zeit, um uns die prächtige Altstadt und die Burg anzusehen. Annemarie kannte die Stadt bereits von einem früheren Besuch. Nun kennen wir auch real die Wirkungsstätte des Henkers von Nürnberg, die Buchreihe, die wir jeweils verschlingen.

Von Nürnberg ging es dann ziemlich direkt zurück in die Schweiz.

Fazit:
Bratislava (Pressburg), Krakow (Krakau) und Wroclaw (Breslau) sind eine Reise wert. Vor allem Wroclaw mit seiner wunderschönen Altstadt an der Oder hat es uns sehr angetan. Wer sich für Geschichte interessiert, dem empfehlen wir auch das KZ Auschwitz-Birkenau in Oświęcim zu besuchen. Dafür unbedingt mehrere Stunden bis einen Tag einrechnen und bereit sein, sich mit der grausamen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Strassen sind sehr gut ausgebaut, die Autobahnen im Vergleich zum Dichtestress in der Schweiz halb leer. Tankstellen gibt es überall genug. Mit Englisch und teilweise Deutsch kann man sich gut verständigen. Es braucht keine besonderen Einreiseformalitäten, ein Pass genügt. Autobahnen: in der Slowakei braucht es eine Vignette, in Polen sind gewisse Autobahnabschnitte Maut-pflichtig, in Tschechien braucht es eine Vignette, ausgenommen Motorräder. Währungen: in der Slowakei Euro, in Polen Zloty, in der Tschechischen Republik die tschechische Krone. 

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Horni Cerekev – das Partnergemeinde-Bänkli vor dem Schulhaus
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