28 Tage: Frankreich – Spanien – Portugal – Spanien – Frankreich
25. April – 22. Mai 2024

Tag 1
Es war nicht wirklich Motorrad-Wetter, als wir starteten. Wir hofften, dass es wärmer wird, je südlicher wir fahren. Es sollte aber noch kälter und ungemütlicher werden.
Um vorwärts zu kommen, fuhren wir auf der Autobahn bis Lyon bei relativ kalten 8 – 16 Grad. Übernachtet haben wir mitten in der Altstadt im Best Western Saint-Antoine, was ganz ok war.
Für das Nachtessen haben wir ein Tischchen im Restaurant La Merciere ergattert. Das Restaurant gehört zu den Bouchons Lyonnais, das sind traditionelle Lyoner Restaurants, die traditionelle Speisen anbieten und meistens ausgebucht sind. Der Service war sehr freundlich und angenehm, das Essen super gut und viele Einheimische haben hier gegessen. Eine Reservierung ist empfehlenswert.
Tag 2
Der Plan wäre gewesen, der Rhone entlang Richtung Süden zu reisen. Um nicht voll in die Regenfront zu fahren, mussten wir zuerst zügig Richtung Westen und dann Richtung Süden fahren. Enttäuschung schon zu Beginn der Reise, die Provence musste fallen gelassen werden. So fuhren wir auf der Autobahn durch das Zentralmassiv bis Clermont-Ferrand und dann Richtung Südwesten / Montpellier. Das Wetter hatte alles parat für uns: Regen, Wolken, Sonne und Temperaturen zwischen 4 – 12 Grad, was das Motorradfahrerherz nicht gerade höher schlagen lässt. Wir konnten diesem Reisetag trotzdem etwas Positives abgewinnen: Vor allem die Autobahn von Clermont-Ferrand nach Montpellier ist recht spektakulär und für Motorradfahrer interessant. Das geht gut und gerne unter kurvenreiche Strecke. Immer wieder rauf auf über 1’000 m und runter gegen 400 m durch abwechslungsreiche Landschaft. Die Strecke führt auch über eine der weltweit längsten Schrägseilbrücken, das 2’460 m lange Viaduc de Millau.
Übernachtungshalt machten wir in Carcassonne mit der spektakulären Mittelalterstadt La Cité mit dem Schloss und vielen kleinen Läden und Restaurants in den Gässli.
Übernachtet haben wir im Hotel Tribe mit Sicht auf die Cité und zum Nachtessen gab es ein traditionelles Cassoulet oben in der Cité.

Tag 3
Am nächsten Tag sind wir auf der Autobahn weitergefahren nach Perpignan und weiter über die Grenze nach Spanien. Es war leicht wärmer, gelegentlich hatten wir noch etwas Regen, aber ganz starken Wind. Deshalb entschieden wir uns für eine etwas kürzere Tagesetappe. Nach der Grenze fuhren wir auf der Landstrasse weiter bis zum beschaulichen Badeort L‘Escala am Meer. Da noch nicht Badesaison war, waren viele Hotels geschlossen. Wir fanden eine nette Unterkunft im Hotel Rallye direkt am Meer und ein Zimmer mit Aussicht auf das stürmische Meer. Der Empfang im Hotel war sehr freundlich und für ein 2*Sterne-Hotel fanden wir das Zimmer sehr grosszügig und sauber und die Lage mitten im Ort super.
Tag 4
Am nächsten Morgen sind wir bei Regen und Temperaturen um 15 Grad losgefahren. Zuerst auf der Autobahn bis Tarragona und dann auf der Landstrasse Richtung Reus und ab da ging es ins Landesinnere in die Berge. Eine super Landstrasse, kurvenreich, rauf und runter. Zeitweise hatten wir sogar etwas Sonne und um 18 Grad.

Dann aber wieder Regen und die Temperatur ging nur noch runter, bis wir das Ziel Cantavieja erreichten, auf 1200 m und bei 7 Grad. Das Dorf klebt regelrecht auf dem Felsen oben und die Anfahrt ist spektakulär, ebenso der Blick von oben runter in die Ebene.

Das Dorf ist klein und die Hotel-Auswahl ebenso, nebst 2 – 3 Privatunterkünften gibt es nur das eine Hotel Balfagon. Ich freute mich schon auf den Wellness-Bereich des 4*Hotels, um uns aufzuwärmen, aber… wir kriegten zwar ein Zimmer, aber ohne Service, ohne Restaurant und ohne Wellness. Das Hotel schloss am Abend für 1,5 Tage. Da es das einzige Hotel da oben war und wir keine Lust hatten weiterzufahren, nächtigten wir trotzdem da. Wir kriegten einen Schlüssel und danach waren wir ganz allein im Hotel.
Während der Altstadtbesichtigung bei Regen und sehr kühlen Temperaturen suchten wir ein Restaurant / eine Bar für das Nachtessen. Die letzte Bar war es dann. Noch geschlossen, aber der freundliche Wirt machte kurz auf und erklärte uns, dass es ab 20:30 Abendessen gibt und er einen Tisch für uns reservieren wird. Wir erlebten einen wunderbaren Abend in der Dorfbeiz mit vielen Einheimischen. Das Essen und die Atmosphäre im La Bodeguilla waren super und sehr unkompliziert. Der Wirt machte alles im Alleingang, Bar bedienen und gleichzeitig kochen und mit allen einen Schwatz halten. Die Auswahl ist klein, es gibt was es gibt, aber alles sehr lokal und sehr lecker in einer fröhliche Bar-Atmosphäre.
Tag 5
Wir starteten in Cantavieja bei 5 Grad und Nebel. Durch die Berge und Pässe auf 1400 m wieder dem Meer entgegen, nach Calpe, weil Annemarie Bekannte dort hat. Es regnete die ganze Tour immer mal wieder, aber in Valencia goss es wie aus Kübeln. Wir fanden eine Unterkunft in Calpe im Hotel Bahia, direkt am Meer. Beim Erkunden des Zentrums haben wir zufällig Markus und Annemarie Schenk getroffen, bei denen wir morgen im Restaurant essen wollten. Manfred ging zum Barbier und sonst schlenderten wir durch die Gassen und genossen den Apero und das Dolce far niente. Gegessen haben wir im Hotel-Restaurant.
Tag 6
Da wir 2 Nächte gebucht hatten, konnten wir endlich ausschlafen. Überraschung: schönes Wetter und 16 Grad am Morgen und es wurde noch wärmer bis 20 Grad.

Wir machten einen Spaziergang zum Hafen und zurück, danach gönnten wir uns spontan eine Thai Massage. Da das Wetter etwas unsicher wurde, verbrachten wir den restlichen Tag am Hotel-Pool und und später im Zimmer beim Lesen.
Am Abend genossen wir den Apéro und ein sehr feines Essen im Restaurant Casita Suiza bei Markus und Annemarie Schenk und hatten anregende Gespräche, da wir uns ca. 22 Jahre nicht mehr gesehen hatten.
Video 1: Frankreich Zentralmassiv + Languedoc / Spanien Katalonien + Ostküste
Tag 7
Bei schönem Wetter und 16 Grad sind wir wieder losgefahren, auf der Autobahn bis Murcia, entlang karger Landschaften und Früchte- und Mandel-Plantagen. Ab da ging es weiter auf der Landstrasse ins Landesinnere nach Elche de la Sierra.
Wenn man von der Küste Richtung Landesinnere fährt, ist man immer sofort in den Bergen, über Pässe auf 1200 m und der gelegentliche Regen und die Kälte bis 5 Grad holten uns wieder ein.
Weiter ging es auf breiter, kurvenreicher Strasse auf und ab durch Naturschutzgebiete und vorbei an Millionen von Olivenbäumen – die weltweit grösste Olivenöl-Produktion ist hier in Andalusien – bis Ùbeda, wo wir beschlossen, zu bleiben.

Wir nächtigten in einem kleinen Palast, im Hotel Palacio de la Rambla, bei Frau Rosa, eine herzliche und fröhliche Person. Wie es sich für einen Palacio gehört, ist alles schön stilgerecht renoviert und eingerichtet, mit einem wunderschönen Innenhof.

Wir besichtigten anschliessend die Altstadt, ein Unesco Weltkulturerbe und erlebten die 1. Mai Prozession der Schutzheiligen von Ùbeda. Es war sehr kalt hier auf 800 m mit einem bissigen Wind.
Die Hotels in Ùbeda findet man fast nicht. Es sind meistens kleine und versteckte Villen/Paläste ohne Reception/Lobby, man muss am Tor läuten.
Tag 8
Von Úbeda fuhren wir auf der Autobahn nach Cordoba. Zuerst wieder entlang von tausenden von Olivenbäumen. Die Landschaft änderte sich aber und wurde zunehmend grüner. In Cordoba war es schwierig, ein Hotelzimmer zu ergattern. Als wir schon fast aufgeben wollten, entdeckten wir auf booking.com ein Hotel, das noch freie Zimmer hatte. Wir fuhren hin, hatten Glück und die Lage hätte nicht besser sein können. Auf der anderen Flussseite, mit Sicht auf die Altstadt, das Hotel Hesperia Córdoba, in wenigen Minuten von der Römerbrücke und der Mezquita Kathedrale entfernt. Zwar schweineteuer, weil anfangs Mai Hochsaison ist in Córdoba. Der Grund: Das in Spanien sehr bekannte Festival der Offenen Innenhöfe (Patio) fand an diesem Wochenende statt.
Wir stürzten uns ins Getümmel der engen Altstadtgassen und besuchten die Sehenswürdigkeiten ohne für die Innenbesichtigung der Mezquita oder des Alcazàr stundenlang anzustehen, es geht auch von aussen. Das Getümmel und die vielen Besucher hatte uns etwas überfordert.
Wir hatten ein kleines Mittagessen in der Altstadt, ein Apéro auf dem Rooftop des Hotels mit fantastischer Aussicht auf die Mezquita und Altstadt und ein kleines Nachtessen in einem ruhigen Restaurant nahe des Hotels. Es wäre schade gewesen, wenn wir mangels Hotelzimmer diese Altstadt nicht besucht hätten.
Es war unser erster Tag ohne Regen und einigemassen warm mit gegen 20 Grad, nachdem wir am Morgen bei 8 Grad losgefahren waren.

Tag 9
Von Cordoba fuhren wir auf der Landstrasse nach Granada. Eine schöne, kurvenreiche Strecke mit abwechslungsreicher, sehr grüner Landschaft.
Kurz vor Granada tauchen die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada auf, was auch für uns Schweizer sehr eindrücklich ist.
Granada wirkte auf uns gross, lärmig, überfüllt, chaotisch. Den Grund erfuhren wir im Hotel. Wir fanden mitten im Zentrum ein Zimmer im Hotel Vincci Albaycin. Der Receptionist erklärte uns, dass heute der Tag der (Blumen)Kreuze Dia de la Cruz ist und deshalb so viele Leute hier sind und die Stadt eine Festhütte ist. Wir waren mit den vielen Leuten, dem Lärm und der Lebenslust fast überfordert. Blumenkreuze, Trachten (Flamenco-Kleider), Pferde, Tanz, Gesang, Bars und viele Leute in Fest- und Trinklaune.
Wir besuchten die Alhambra zu Fuss. Da wir kein Ticket hatten (muss man 1 – 2 Monate zum voraus buchen), konnten wir nur sehr wenig besichtigen. Wegen dem riesigen Getümmel beschlossen wir, im ruhigen Hotel-Restaurant das Nachtessen zu nehmen, bevor wir dann am Abend nochmals zu den Flamenco-Darbietungen gingen.

Tag 10
Von Granada sind wir in den Schnee nach Sierra Nevada hochgefahren. Von der pulsierenden, lebendigen Stadt in 3/4 Stunden in die Ruhe der eindrücklichen Gebirgslandschaft auf 2500 m. Die Anfahrt und die Aussicht von oben sind absolut spektakulär. Unterwegs sind uns wilde, galoppierende Pferde auf der Strasse, freilaufende Kühe und Steinböcke begegnet. Dieser Ausflug hat uns sehr beeindruckt.

Wir fuhren auf dem gleichen Weg wieder runter und weiter auf der Landstrasse nach Malaga. Landstrasse heisst, gut ausgebaute Bergstrasse. Man ist immer sofort auf über 1000 m, es geht immer rauf auf den Pass, runter ins Tal, rauf auf den nächsten Pass. Sehr schöne, abwechslungsreiche und kurvige Strecke. Der letzte Pass mit dem Ausblick runter ins Tal und bis zum Mittelmeer ist sehr spektakulär.
In Malaga haben wir uns ein ruhiges Hotel am Strand gesucht und wurden im Soho Boutique Hotel Las Vegas fündig. Das Hotel ist gut gelegen, gleich über die Strasse ist man am Strand oder in 15 – 20 Min zu Fuss entlang der Promenade im Stadtzentrum.
Am Nachmittag war es am Strand zum ersten Mal warm genug, um in den Badekleidern am Strand zu liegen.
Am Abend gingen wir für das Nachtessen in die Altstadt und haben im Restaurant Esquina Kanaya die beste Paella unserer Reise gegessen. Das Service-Personal war sehr freundlich und hilfsbereit.
Bereits am ersten Tag war klar, das Flair von Malaga gefällt uns sehr gut.

Tag 11
In Malaga haben wir ebenfalls 2 Nächte gebucht und einen Ruhetag eingelegt. Am Morgen besuchten wir die Burg Gibral und die Alcacaba. Der untere Palast war früher die Residenz, der obere die Burg zur Verteidigung der Residenz.
Anschliessend schlenderten wir durch die Alstadt, nahmen einen Apéro im Hafen und am Nachmittag erholten wir uns lesend am Hotelpool von der morgendlichen Wanderung. Das Abendessen nahmen wir in der nahegelegenen Strandbeiz.
Tag 12
Auf der Autobahn ging es weiter Richtung Süden vorbei an Gibraltar bis Algeciras, das stark geprägt ist vom Fährverkehr nach Marokko. Ab hier ging es wieder auf der Landstrasse entlang der (Meer)Strasse von Gibraltar nach Tarifa, dem südwestlichsten Punkt von Europa, da kann man Marokko auf der anderen Seite sehen, mit der Fähre wären es ca 1 – 1,5 Std. Das ist die engste Stelle zwischen Europa und Afrika, die Strasse von Gibraltar. Es hat extrem viele Fracht-/Containerschiffe, die alle durch diese Meerenge müssen und hier kommen Mittelmeer und Atlantik zusammen.

Wir fuhren weiter nach Càdiz mit der tollen, geschichtsträchtigen Altstadt, die nur über Damm oder Brücke erreichbar ist. Wir besichtigten die Altstadt und die Kathedrale mit Turmbesteigung. Die Stadt hat ein schönes Ambiente mit dem feinem Sandstrand, den Atlantikwellen und den weiss-getünchten Häusern.

Übernachtet haben wir im Hotel Monte Puertatierra. Das Hotel ist gut gelegen, nahe zum Strand, zu Fuss zur Altstadt ist etwas weiter aber gut machbar.

Tag 13
Auf der Autobahn ging es weiter nach Sevilla zum Kaffeehalt. Sevilla hat eine sehr schöne Altstadt, aber wir wollten weiter nach Portugal /Algarve. In Faro besuchten wir den Motorradclub Faro, wo wir etwas tranken und danach suchten wir das Ferienhaus von Manfreds Kollegen im Hinterland von Faro, der aber zu der Zeit in der Schweiz war. Überland ging es weiter nach Albufeira. Hier buchten wir 3 Nächte im kleinen, aber sehr feinen Hotel Vila Sao Vicente. Die Damen an der Reception war überaus freundlich und hilfsbereit, das Motorrad durften wir kostenlos in der Tiefgarage hinstellen und unsere gebrauchte Wäsche konnten wir abgeben zum Waschen (Sonderservice, der sonst nicht angeboten wird). Wir hatten ein grosses Zimmer mit Terrasse und einer umwerfenden Aussicht auf den Strand, das Meer. Eine Mitarbeiterin an der Reception ist sogar Deutsche, die aber schon lange mit einem Portugiesen verheiratet ist und hier lebt. Uns fällt auf, dass die Portugiesen im Gegensatz zu den Franzosen und Spaniern sehr sprachgewandt sind. Sehr viele sprechen fliessend Englisch, weil sie es in der Grundschule schon lernen. Und in der Oberstufe kommt eine zweite Sprache dazu.
Das Nachtessen nahmen wir in einem der zahlreichen Hafenrestaurants ein, wo wir schon mal die Ausflugsboote begutachteten und uns entschlossen, eine Tour für den nächsten Tag zu buchen.

Tag 14
Am Morgen machten wir einen Spaziergang durch die Altstadt und dann lesen am Pool, bevor es wieder runter zum Hafen ging für die gebuchte Delfin- und Höhlentour per Schlauchboot.
Wir wurden so was von überrascht und sind nicht mehr aus dem Staunen gekommen. Algarve, wie wir uns das geträumt hatten. Wunderschöne Felsformationen und Felshöhlen und Delfine haben wir auch gesehen. Wir können den Touranbieter Allboat mit Daniel als Guide und Pedro als Schiffsführer wärmstens empfehlen. Die meisten Touroperators arbeiten rücksichtsvoll zusammen und informieren einander per Funk, wenn einer Delfine sieht. Die meisten Boote nehmen Rücksicht aufeinander bei den Delfinen und Höhlen, so dass alle Besucher auf ihre Kosten kommen und die Delphine respektvoll behandelt werden. Ein unglaubliches und empfehlenswertes Erlebnis.
Das Nachtessen haben wir im Restaurant Bailote in der Altstadt genommen.
Tag 15
Heute war Strandtag angesagt, lesen unter dem Sonnenschirm und einfach erholen und geniessen. Für das Nachtessen entschieden wir uns für das Restaurant Casa del Mar, sehr gut aber nicht günstig.
Das Hotel hatte unsere Wäsche gegen ein bescheidenes Entgeld gewaschen und aufs Zimmer gelegt, ein super Service, den sie normalerweise nicht anbieten.
Tag 16
Es ging weiter in Portugal, Überland Richtung Norden-Westen durch den Alentejo ins Landesinnere und dann kurz über die Grenze nach Spanien nach Badajos, eine geschichtsträchtige Altstadt mit Burg.

Übernachtet haben wir Hotel Rio Badajos. Nicht der absolute Hammer, aber gut gelegen, um zu Fuss über die Brücke in die Altstadt und hoch zur Burg und zur Kathedrale zu laufen. Wir knackten die 30 Grad-Marke, sonst hatten wir angenehme 26 Grad.
Tag 17
Von Badajos ging es zurück nach Portugal nach Elvas, einer weiteren geschichtsträchtigen Stadt mit einer sehr schönen sternförmig angelegten Altstadt mit Aequadukt und Stadtmauer. Hier machten wir den Kaffeehalt bevor es Überland weiter ging nach Lissabon. Wir fuhren durch den nördlichen Alentejo. Eine sehr abwechslungsreiche Strecke mit Oliven, Korkeichen, Kühen, Schafen, Landwirtschaft, Wein und dem berühmten portugiesischen Marmorabbau.

Unsere Anfahrt nach Lissabon über die lange Brücke Richtung Flughafen war sehr eindrücklich. Unsere Unterkunft für 2 Tage fanden wir im Hotel Vincci Liberdade. Ein ruhiges Hotel, mit sehr freundlichem und hilfsbereitem Personal. Das Hotel ist gut gelegen und hat eine Tiefgarage, was uns hier wichtig war. Motorisiert ist es schwierig zu erreichen, mit all den Einbahnstrassen in der Altstadt. Dafür ist die Altstadt/Meerpromenade zu Fuss sehr einfach zu erreichen (20 – 30 Min.), es würden auch Busse / U-Bahn fahren. Zu Fuss haben wir die Altstadt, die Burg und die Kathedrale besichtigt.
Wir haben im Hotel gegessen, das Essen war sehr gut, aufmerksamer Service.
Tag 18 Lissabon
Am Morgen machten wir die sehr interessante Stadtrundfahrt „Hügeltour“ mit dem Rotem Tram und deutscher Erklärung. Am Nachmittag entschlossen wir uns für eine gemütliche Flussfahrt nach Bélem und zurück.
Da wir müde waren, assen wir wieder im Hotel, was wiederum sehr gut war.
Tag 19
Etwas wehmütig verliessen wir Portugal. Obrigado/a heisst hier das Zauberwort, eine der wichtigsten Höflichkeitsfloskeln. Heisst Danke und viel mehr. Die Portugiesen bleiben uns als zurückhaltend, bescheiden, sehr freundlich und hilfsbereit und sehr sprachgewandt in Erinnerung.
Zuerst fuhren wir ein Stück auf der Autobahn, um aus der Stadt und Agglomeration zu kommen und wechselten später auf die Landstrasse durch grüne Hügel, entlang von Olivenbäumen, Korkeichen, Kühen, Schafen und blühenden Wiesen, wieder durch den Alentejo.
Und über die Grenze zurück ins gebirgige, steinige und karge Spanien in die Extremadura bis Cáceres. Das ist eine gut erhaltene Mittelalterstadt mit schöner Altstadt und vielen Kirchen und Palacios.
Übernachtet haben wir im Hotel Don Manuel in der Altstadt, gut gelegen und mit Einstellhalle. Das Nachtessen im Hotel war sehr gut.
In Caceres, wo es nicht so viele internationale Touristen hat, können die wenigsten Englisch, man bemüht sich aber, langsam und mit viel Gestik Spanisch und ein paar Brocken Englisch zu sprechen, wir verstehen das Meiste auch ohne Spanischkenntnisse und vermissen bereits die sprachgewandten Portugiesen.

Tag 20
Wir fahren weiter Richtung Osten auf der Landstrasse entlang der Seenlandschaft bis Canaveral. Die Strecke führt durch eine sehr schöne Landschaft, attraktiv für Motorradreisende. Bis nach Placencia fuhren wir wieder ein Stück Autobahn.
Dann wieder auf der Landstrasse durch das sehr attraktive Valle del Jerte, eine richtige Ferienregion, bekannt für die Kirschenproduktion.

Am Ende des Tales ging es kurvenreich höher und höher bis zum Pass Puerto de Tornavacas und es wurde kälter und kälter, auf 1200 m nur noch 5 Grad. Aber die Strecke ist sehr attraktiv für das Motorrad. Dann fuhren wir lange auf ca. 1200 m durch eine Hochebene und über einen weiteren Pass auf 1400 m, den Puerto de Villatoro und es war sehr kalt. Ziel war die Gegend von Avila.
Unterwegs hatten wir wieder leichten Regen und die Pneus waren nicht mehr die besten für eine sichere Fahrt. Deshalb der spontane Beschluss, die Pneus zu wechseln. Da die nächste BMW-Garage in einem Vorort von Madrid war, liessen wir Avila links liegen und fuhren stattdessen Richtung der Hauptstadt Madrid, in die Motorradgarage BMW Movilnorte in Majadahonda.
Wir wurden sehr freundlich empfangen und der Typ am Empfang des Motorrad-Services konnte zum Glück fliessend Englisch. Er hat alles dafür getan, dass sie unser Motorrad dazwischen schieben konnten, um die Pneus zu wechseln, allerdings erst am nächsten Morgen. Er organisierte uns ein Taxi und wir buchten schnell ein Hotel in Zentrum von Madrid.
Der Taxifahrer war ausserordentlich freundlich und gleichzeitig mit seinem gebrochenen Englisch ein engagierter Fremdenführer. Im Zentrum von Madrid erklärte uns bei der Durchfahrt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Gebucht haben wir das Hotel Palacio San Martin. Das ist super gelegen und nebenan hätte es eine Tiefgarage gehabt, die wir aber nicht benötigten.
Das Personal am Empfang und beim Frühstück war sehr freundlich und hilfsbereit. Zum Festtag San Isidro erhielten alle Frauen beim Zmorge eine Nelke.
Nach dem Zimmerbezug machten wir uns auf zur Besichtigungstour von Königspalast, Kathedrale und Plaza Mayor, wo gerade ein Gratiskonzert im Rahmen des San Isidro-Festes (der Schutzpatron von Madrid) stattfand. Zufällig erwischten wir in Spanien alle wichtigen Stadtfeste. Der Mai ist der Fest-Monat in Spanien.
Gegessen haben wir in der Nähe des Hotels in der Taberna 31, klein, urchig und trotzdem modern. Wir machten einen Tapas-Abend. Das Essen war ausserordentlich gut und der Service sehr freundlich und hilfsbereit. Die jungen Leute in der Taberna sprechen fliessend Englisch, was in Spanien eher die Ausnahme ist.
Die Hauptstadt Madrid ist recht ruhig, entspannt, elegant, geordnet. Kein Verkehrschaos wie anderswo. Wir fühlten uns sofort wohl. Es ist nicht laut wie anderswo, obwohl gerade das Fest San Isidro stattfand.
Tag 21
Am Morgen schlenderten wir durch die Gran Via. Gegen Mittag nahmen wir wieder das Taxi nach Majadahonda, um das Motorrad in Empfang zu nehmen, frisch bereift und sauber geputzt. Ein super Service.
Ab hier fuhren wir auf der Autobahn nach Saragossa, durch sehr abwechslungsreiche Landschaft auf 500 – 1000 m Höhe. Es war sehr bergig, windig und kalt.
In Saragossa haben wir die Altstadt mit riesiger Kathedrale und der Brücke über den Ebro und die Plaza Pilar besucht. Zum Znacht gab es Tapas in einer Art Biergarten.
Übernachtet haben wir im Hotel Alda Zaragoza Independencia. Für ein 2*Sterne-Hotel war der Preis/Leistung ok. Es liegt ideal direkt an der Altstadt und mit einem Parkhaus nebenan. An der Reception waren sie sehr freundlich und hilfsbereit und sprachen sehr gut Englisch. Allerdings gab es in der Nacht einen Wasserschaden, das ganze Hotel hatte am Morgen kein Wasser, weder im Bad noch für den Morgen-Kaffee. Kann passieren…

Tag 22
Von Saragossa fuhren wir ein Stück Autobahn und dann durch eindrückliche Landschaften dem Ebro entlang bis Mequinenza, wo wir einen Blick auf das Ebro-Fishing-Camp werfen wollten. Falls möglich wollten wir hier übernachten. Da es nur Ferienwohnungen hat, die wochenweise vermietet werden, beschlossen wir, an die Küste zu fahren. Uns schwebte ein kleinerer Ort ohne Hochhäuser am Strand vor. Wir entschieden uns aus dem Bauch heraus für Altafulla zwischen Tarragona und Barcelona. Hier haben wir das kleine aber sehr feine May Beach Boutique Hotel gefunden, ein paar Schritte vom Meer entfernt in einer sehr ruhigen Gegend und mit einer super Dachterrasse mit Swimming Pool und Bar, absolut traumhaft und Sicht aufs Meer. Sehr nette Reception (sprechen fliessend Englisch) und netter Restaurant Service, sprechen nur Spanisch und wenig Englisch, aber super freundlich und hilfsbereit. Mittlerweile waren wir etwas geübt und die wichtigsten Sachen konnten wir auf Spanisch bestellen und verstanden ein klein wenig.

Tag 23
Wir hatten 2 Nächte gebucht. Am Morgen besichtigten wir das Dorf Altafulla mit Altstadt/Burg und römische Villa. Am Nachmittag nahmen wir eine Auszeit auf dem fantastischen Hotel-Rooftop, mit Bar und super netter Bedienung und Pool und lesen. Das Meer war uns zu dieser Jahreszeit noch zu kalt zum Baden.
Am Abend gab es unsere letzten Tapas in der Tapas-Bar Blau an der Promenade. Das Essen war sehr fein und sehr freundlicher Service, sogar in Englisch.
Video Teil 4: Extremadura, Zentralspanien, Katalonien
Tag 24
Um vorwärts zu kommen und dem Regen zu entgehen, gab es einen Autobahntag von Altafulla nach Südfrankreich. Wir beschlossen, in der Gegend Montpellier ans Meer zu fahren und uns eine Bleibe zu suchen. Fündig geworden sind wir in La Grande-Motte im Hotel Aztequal. Die Mitarbeitenden an der Reception waren einmal mehr sehr freundlich und das Hotel ist gut gelegen, man ist zu Fuss schnell im Zentrum und an der Uferpromenade mit unzähligen Bars, Restaurants und Strand, aber auch hier war es noch zu kalt zum baden.
So sind wir doch noch in der Camargue / Provence gelandet.
Tag 25
Am Morgen sind wir losgefahren auf der Landstrasse Richtung Saintes-Maries-de-la-Mer.
Schon kurz nach dem Ortsausgang sahen wir in den Weihern neben der Strasse wilde Flamingos. Wir waren entzückt. Bis zum Ornithologischen Zentrum nahe Saintes-Maries-de-la-Mer sahen wir sehr viele Camargue-Pferde und etliche Flamingos. Im Ornithologischen Zentrum sahen wir dann hunderte von Flamingos, die sich frei bewegen können, plus diverse Reiher, Enten, Vögel.

Nach dem Besuch des Ornithologischen Zentrums fuhren wir weiter Richtung Arles auf kleinen Nebenstrassen, vorbei an Salz-Salinen, Camargue-Reisfeldern, Weinfeldern, Pferden, Schafen, Aprikosen, usw bis Coustellet zum Hotel Les Logis de Luberon.
Das Zimmer war klein aber ok und sauber.
Enttäuschung 1: das Restaurant war geschlossen.
Enttäuschung 2: die Terrasse und der grosse Pool und der Whirlpool waren im Bau. Das sieht später im Sommer sicher schön aus, aber damals war es einfach eine Baustelle. Und es gab nichts zu trinken. Und wir hatten für 2 Nächte gebucht…
Wir sind mit dem Motorrad ins Dorf gefahren, auf der Suche nach Getränken und Essen. Der Thai-Foodtruck war unsere Rettung. Wir kaufen Frühlingsrollen und Samosas und Getränke ein. Im Weinshop nahmen wir Bier, Wein und Mineral zur ersten Durstlöschung und zum Mitnehmen. Unsere Einkäufe verschlangen wir dann am Pool und machten einen Lese-Nachmittag.
Am Abend marschierten wir zu Fuss ins Dorf. Die Hotelbesitzerin, die frei hatte und nicht erreichbar war, hatte uns gesagt, es hätte etliche Restaurants im Ort. Leider waren am Sonntagabend alle zu. Unsere Stimmung war auf dem Tiefpunkt.
Es gab 3 Pizzerias mit Take away. Wir sahen uns schon am Pool sitzen oder im Zimmer und mitgebrachte Pizza essen. Unsere Rettung war das Restaurant Top Maki 2. Asiatische Küche, sehr gepflegt und sehr bemüht/serviceorientiert und das Essen war sehr fein. Die Asiaten hatten uns an dem Tag zweimal gerettet. In Coustellet gelandet waren wir nur, weil wir das berühmte Dorf Gordes besichtigen wollten. Aber die Hotelpreise dort in der Gegend sind so unverschämt hoch, dass wir uns eine bezahlbare Unterkunft in der weitern Umgebung suchen wollten.
Das 3*Hotel hatten wir ausgesucht, weil es einen Pool und ein Restaurant hätte. Das war ein ziemlicher Reinfall am ersten Tag.
Tag 26
Am nächsten Morgen fuhren wir kurvenreich nach Gordes, angeblich das schönste Dorf der Welt. Von aussen betrachtet sieht es sehr spektakulär aus auf dem Felsen. Im Dorf selber ist es zwar schön, aber weniger spektakulär. Wir besuchten die Altstadt, machten einen Kaffeehalt und als die Touristen in Strömen kamen, waren wir wieder weg. Wenn man in der Gegend ist, kann man Gordes besuchen, muss aber nicht.

Wir fuhren weiterhin kurvenreich durch die provenzalische Bilderbuchlandschaft auf die andere Seite des Louberon, nach Maniosque und wenn wir schon hier waren, zu L‘Occitane, deren bekannte Kosmetik und Körperprodukte hier mit den Pflanzen der Provence produziert werden. Tatsächlich hatten wir da Lavendelfelder gesehen, leider blühte er noch nicht. Von hier ging es auf der fast identischen Strecke zurück zum Hotel in Coustellet und unterwegs sahen wir nochmals hie und da Lavendelfelder, Weinfelder, Mohnfelder und mediterrane Waldlandschaften.
Das Restaurant im Hotel war heute Mittag offen, die Pool-Bar leider nicht. Wir assen zu Mittag und fragten, ob wir auch am Abend essen könnten. Fehlanzeige. Wegen Personalmangel war das Restaurant abends wieder zu. Wir verbrachten den Rest des Nachmittags lesend am Pool, vorher hatten wir uns im Hotel-Restaurant noch mit Getränken eingedeckt.
Wir marschierten abends wieder ins Dorf, in der Hoffnung, dass mehr Restaurants geöffnet sind. Die Enttäuschung war gross, am Pfingstmontag waren alle Restaurants und Bars und Läden geschlossen. Ziemlich frustrierend. Es blieb uns nichts anderes übrig, als vom mobilen sizilianischen Pizza-Bäcker eine Pizza mitzunehmen. Zum Glück hatte er auch etwas Getränke dabei. Und seine Schwester wohnt in Olten, wir hatten ein lustiges Gespräch miteinander. Unser Znacht verzehrten wir auf der Hotel-Terasse, die eigentlich wunderschön wäre, wenn die Swimming-Pool Baustelle nicht wäre und die Outdoor-Bar geöffnet wäre. Definitiv ein Reinfall dieses Hotel.
Tag 27
Wir fuhren von Coustellet nach Sault. Eine kurvenreiche Strecke auf kleinen Landstrassen durch wunderschöne Provence-Landschaft. In der Umgebung von Sault hat es viele Lavendelfelder, Provence at its best. In Sault hat man eine wunderbare Sicht auf den Mont Ventoux.

Bei der Fahrt auf den Mont Ventoux hat man eine spektakulärer Aussicht. Oben auf dem Gipfel hat es nur noch Steine, kein Baum, nichts. Der Alptraum und die Herausforderung für Velofahrer. Absolut empfehlenswert, da raufzufahren.

Auf der anderen Seite fuhren wir runter nach Malaucène, weiter nach Nyons und dann Richtung Gap, Rémuzat, Verclause. In Serres bogen wir ab Richtung Grenoble. Wir fuhren durch eine Schlucht nach der anderen (Gorges de Saint-May), bis es kurz vor Grenoble nahtlos in die Bergwelt der französischen Alpen überging.
Wir wechselten auf die Autobahn nach Chambéry und weiter bis Aix-les-Bains am Lac de Bourget, wo wir im Best Western Aquakub übernachteten. Das Nachtessen nahmen wir im Rooftop-Restaurant mit schönem Seeblick ein. Auch hier sehr freundlicher Empfang und Service. Wir bekamen ein Zimmer mit Seeblick. Nach dem Einchecken machten wir einen Spaziergang am See. Da noch nicht Saison ist und das Wetter auch nicht so toll war, war alles zu und es hatte kaum Leute. Das Hotel hätte noch ein Hallenbad und Wellness aber dafür hatten wir keine Zeit.

Tag 28
Am letzten Tag fuhren wir mehr oder weniger direkt auf der Autobahn von Aix-les-Bains nachhause, um die Erlebnisse zu verdauen und uns an den tollen Erinnerungen zu erfreuen.
Video Teil 5: Camargue / Provence / Savoyen
Fazit: Die längste Reise, die wir je mit dem Motorrad machten. Wir haben etliche Orte besucht, die schon lange auf unserer Wunschliste standen, wie z.B. die Algarven, Andalusien oder die Provence/Camargue. Alle Zwischenhalte haben sich spontan ergeben, wir hatten zum Voraus nichts konkretes geplant oder gebucht. Wir haben aber vorher ein paar Orte oder Gegenden aufgeschrieben, die wir gerne besuchen möchten, wenn es sich ergibt. Nicht alle Wunschorte haben wir besucht, dafür andere Bijoux gefunden und viele schöne Gegenden durchfahren und überall sehr freundliche, hilfsbereite Menschen getroffen.
Besonders beeindruckt haben uns die Algarven und das Hotel Vila Sao Vicente in Albufeira, die Höhlen- und Delphin-Tour mit dem Schlauchboot von Allboat in Albufeira, Sierra Nevada, Malaga, Madrid und das May Beach Boutique Hotel in Altafulla.
Blog-Beitrag über unsere Motorradreise in Nordspanien und Nordportugal im 2014.













































































































