2023 Tschechien – Ostsee

11 Tage: Oberaargau – Bayern – Dinkelsbühl – Karlsbad – Prag – Böhmische Schweiz – Hrensko – Elbsandsteingebirge – Sächsische Schweiz – Ostsee – Wismar – Schwerin – Heiligendamm – Lübeck – Timmendorfer Strand – Lüneburg – Goslar – Harz – Limburg an der Lahn – Taunus – Pfalz – Elsass – Oberaargau

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Eine sehr spontane Reise, deren Verlauf durch das Wetter bestimmt wurde. Wir hatten etwas anderes geplant. Wegen dem schlechten Wetter beschlossen wir am Tag vor Ferienbeginn, auf das Motorrad umzusatteln und uns vom (guten) Wetter leiten zu lassen.
Mehr oder weniger kein Regen war nur in eine Richtung sichtbar: Nordosten.
Dabei kam uns ein Ort in den Sinn, der auf unserer Wunschliste stand: Karlowy Vary / Karlsbad in Tschechien als erstes mögliches Ziel, der restliche Verlauf war völlig offen.

Tag 1
Vom Oberaargau über Windisch, Waldshut, Richtung Ulm. Mehrheitlich auf der Autobahn/Autostrasse, um vorwärts zu kommen.
Bei einem Halt am Nachmittag beschlossen wir, uns eine Bleibe für die Nacht zu suchen. Die Wahl fiel ziemlich zufällig auf das nahe Dinkelsbühl als Übernachtungsort. Dinkelsbühl war uns völlig unbekannt und wir waren total überrascht von der wunderschönen Altstadt. Wir können diesen wunderbaren Ort sehr empfehlen für einen Besuch.
Genächtigt und gegessen hatten wir im Hotel Goldenes Lamm, ein sehr freundliches und sauberes Hotel. Zu unserer zweiten Überraschung wurden wir von einer Bernerin, die Chefin, auf Schweizerdeutsch empfangen. Wir hatten sehr gut gegessen und dabei ein tolles und informatives Gespräch mit dem Chef, der in diesem Haus aufgewachsen ist und viel über die Geschichte von Dinkelsbühl weiss. Man fühlt sich in diesem Haus sofort zuhause.

Dinkelsbühl

Tag 2
Von Dinkelsbühl fuhren wir nochmals auf der Autobahn bis Nürnberg. Ab hier ging es kurvenreich nach Tschechien nach Karlsbad/Karlowy Vary. Weil wir kürzlich eine Dok-Sendung über diesen Ort gesehen hatten, war es eine Wunsch-Destination. Zuerst kamen wir im neueren Stadtzentrum an. Bei der Hotelsuche haben wir schnell gemerkt, dass wir in den Bäder-Viertel fahren müssen… da ist die wahre und gesuchte Altstadt. Das ist der altehrwürdige und sehr mondäne Bereich, wie aus einer anderen Zeit, mit wunderschönen Häusern aus einer anderen Epoche, entlang des Flusses. Hier in Karlsbad kommen 12 sehr mineralreiche und heisse Quellen aus dem Boden, bis 72 Grad. Drum herum entstanden all die Bad- und Wellnesshotels. Ein sehr beliebter Ferienort für gutbetuchte Russen, das merkt man an all den Luxus-Labels und Schmuck- und Uhrenläden. Nur fehlen diese Gäste seit dem Ukraine-Krieg und sie versuchen gerade, ihre Luxus-Wohnungen loszuwerden, weil sie nicht mehr hierher reisen können. Die Hotelpreise sind auch für Schweizer Verhältnisse teuer. Wir haben im Hotel Olympia Spa Resort übernachtet, direkt unten am Fluss. Gegessen haben wir deftig tschechisch im Beer House Goethe. Tolles Essen und flinke, freundliche, sprachgewandte Bedienung.

Überhaupt kommt man mit Deutsch und natürlich Englisch hier sehr gut durch. Nebst dem Bummeln durch die Strassen empfehlen wir, unbedingt in die Kolonnaden zu gehen und Heilwasser zu trinken (es hat unterschiedliche Wärmegrade). Dazu kauft man in einem Souvenirladen zuerst ein entsprechendes traditionelles Trinkgefäss (ein kleines tut es durchaus). Mit dem laufen alle rum, füllen es mit Wasser und nippen während dem weiterlaufen daran. Im Glasgebäude ist die heisseste Quelle, vom Wärmedruck springt sie bis 14m hoch.

Das traditionelle Trinkgefäss für Heilwasser

Tag 3
Ab jetzt hatten wir keinen Plan mehr, aber wenn wir schon in der „Nähe“ waren, bot sich Prag als weitere Destination an. Von Karlsbad fuhren wir über Land nach Prag. Auf dem Land – wie so oft – sprechen die Leute keine Fremdsprachen oder zumindest nicht solche, die wir können. Deshalb bestellten wir in der Pausen-Beiz mit den Händen und wurden trotzdem gut verpflegt.
Um irgend ein Ziel in der Metropole zu haben, buchten wir kurz vor Ankunft über Booking ein Hotel. Die Wahl fiel auf das Hotel Julis am Wenzelsplatz. Teuer, aber sehr gut gelegen, um das Motorrad abzustellen und die Altstadt zu Fuss zu erkunden. Da wir bereits am Mittag dort waren, blieb uns der ganze Nachmittag und Abend. Der Mitarbeiter an der Reception gab uns sehr gute Tips, damit wir in kurzer Zeit möglichst viel sehen können.
Prag hat eine unglaublich schöne Altstadt und wir haben sie gleich in unser Herz geschlossen. Wir machten eine Tour mit einer Velo-Ritschka in die Altstadt und den Judenviertel, mit interessanten Infos auf Deutsch. Anschliessend gingen wir über die Brücke in den Park, wo wir zuerst hochlaufen mussten. Aber wir wurden belohnt mit einer tollen Aussicht auf die Altstadt und die Moldau. Zurück in der Altstadt, genossen wir im Karlova 3 ein deftiges Nachtessen und danach den Abend in einer Outdoor-Bar. Nahe unserem Hotel gab es einen Thai-Massage-Salon, mit wahnsinnig vielen Angestellten, wo man spontan buchen konnte. So liessen wir uns zu später Stunde noch verwöhnen, bzw. durchkneten. Wir fanden die Leute in Prag extrem freundlich, serviceorientiert und hilfsbereit.

Ziemlich deftig

Tag 4
Da wir lieber Motorrad fahren als shoppen oder Museen besuchen, ging es am nächsten Tag weiter, von Prag Richtung Norden in die Böhmische Schweiz an die Elbe. Unterwegs in Böhmen machten wir einen Abstecher zum Schloss Zamek Nelahozeves. Am Nachmittag machten wir eine Pause in Hrensko und entschieden uns, in diesem beschaulichen Grenzort in der Böhmischen Schweiz zu bleiben. Eine Unterkunft zu finden, gestaltet sich am Anfang etwas schwierig, die einen waren so was von unfreundlich, die anderen hatten kein freies Zimmer. Wir fanden dann doch noch das kleine, saubere Hotel Kotva, das von sehr freundlichen und unkomplizierten Vietnamesen geführt wird, die fliessend Deutsch und Tschechisch sprechen.
Leider war die Klamm-Schlucht geschlossen, die wir gerne zu Fuss besucht hätten. Im Restaurant U Draka genossen wir ein einfaches, regionales Essen und wurden sehr freundlich bedient, was hier nicht überall der Fall ist.

Tag 5
Das Wetter wies uns weiterhin den Weg. Wenn wir keinen Regen wollten, mussten wir Richtung Norden. Von der Böhmischen Schweiz ging es durch das Elbsandsteingebirge weiter nach Deutschland in die Sächsische Schweiz. Da wir Dresden bereits auf einer früheren Reise besucht hatten, ging es auf der Autobahn vorbei an Dresden und Berlin an die Ostsee nach Wismar. Eine beschauliche Ostsee-Stadt mit schöner Altstadt und Hafen, wo wir uns als erstes ein leckeres Fischbrötchen besorgten. Unterkunft fanden wir im Stadthotel Stern, ein sehr gut gelegenes Hotel in der Altstadt, mit Parkplatz für das Motorrad. Das Nachtessen nahmen wir im Hotel und am nächsten Morgen gab es ein üppiges Frühstücksbuffet.

Altstadt Wismar

Tag 6
Unser Motorrad benahm sich seit Hrensko komisch, weshalb wir die BMW-Werkstatt in der Schweiz anriefen. Empfehlung aus der Schweiz: sofort in die nächste BMW-Werkstatt, die sich in Schwerin befand. Wir machten uns schon Gedanken, ob wir den Autozug Hamburg – Lörrach buchen sollten.
Weil sich die Schweriner BMW-Werkstatt nicht umgehend um das Motorrad kümmern konnte – sie waren völlig ausgebucht mit Kundenaufträgen – mussten wir ein Hotel in Schwerin suchen. Die Werkstatt war so nett, das Hotel InterCity (freundlich und gut gelegen) für uns zu buchen und uns mit dem Auto hinzufahren… Aufenthaltslänge unbekannt. Wir nutzten die Zeit und besuchten in der Zwischenzeit die Altstadt und das prächtige Schloss von Schwerin am Schweriner See.
Gegen Abend kam der erlösende Anruf. Ein Schlauch hatte sich gelöst und das Motorrad war wieder repariert, wir konnten am nächsten Tag weiterfahren.
Gegessen hatten wir im Restaurant Zeppelin. Ausserordentlich freundlich und flink und das Essen war sehr gut.

Altstadt Schwerin

Tag 7
Am Morgen ging es mit dem Taxi zu Motorrad Möller & Söhne. Unser Motorrad war nicht nur repariert, sondern auch noch geputzt und die Software updated. Toller Service!

Dann ging es zurück an die Ostsee. Zuerst nach Heiligendamm, die Luxus-Hotels anschauen und einen Kaffeestop in Kühlungsborn. Danach der Ostseeküste entlang nach Lübeck, wo wir auch schon lange mal hinwollten. Übernachtung im Hotel LiHo (Lindenhotel), das wir ausnahmsweise am Tag zuvor schon gebucht hatten. Ein ausserordentlich freundlicher Empfang. Das Hotel ist super gelegen, ein paar Gehminuten vom Holstertor entfernt. Vor der Altstadtbesichtigung machten wir eine 1stündige Schifffahrt (Stadt, Kanäle, Hafen) und danach Stadtbesichtigung zu Fuss. Nachtessen gabs im Ratskeller. Wir haben Labskaut versucht, das Nationalgericht von Norddeutschland. Naja, einmal reicht. Es gibt ja nur entweder oder. Entweder man liebt dieses Gericht oder gar nicht.

Holstertor Lübeck

Tag 8
Weiter ging es der Ostsee entlang. Zuerst nach Travemünde für einen Trink-Stopp an der Trave und um die grossen Kähne zu bewundern. Dann nach Timmendorfer Strand für einen Strandnachmittag im Strandkorb und das tägliche Fischbrötchen. Das Wasser war noch zu kalt zum Baden, aber zum Ausruhen und Lesen im geschützten Strandkorb war es ganz ok.
Übernachtet haben wir im Hotel Holsteiner Hof. Sehr freundlicher Empfang und ein schönes, grosses Zimmer im Nebengebäude. Das Abendessen im Hotel war sehr lecker und die Bedienung sehr freundlich.

Tag 9
Es war Zeit, wieder in die andere Richtung zu fahren, Richtung Süden und Schweiz. Für den nächsten Stopp hatten wir uns für Goslar entschieden. Auf dem Weg dahin, via Autobahn, machten wir einen Kaffeehalt in Lüneburg in der schönen Altstadt. Ab da ging es Überland nach Goslar. Die Strecke war nicht sehr abwechslungsreich und es hatte viel Verkehr. Goslar ist eine ganz tolle Altstadt, man möchte jedes Gebäude fotografieren. Die Kaiserpfalz wurde vor 1000 Jahren erbaut und steht immer noch. Hier wurden von den Wander-Königen und -Kaisern, wie zum Beispiel Barbarossa, Reichstage und Fürstentreffen abgehalten. Da die Stadt im 1. und 2. Weltkrieg nicht bombardiert wurde, sind sehr viele alte Häuser original erhalten geblieben und wurden im Verlaufe der Jahrhunderte ständig renoviert.
Wir übernachteten im Hotel Die Tanne und wurden sehr freundlich empfangen, die Garage für das Motorrad war bereits für uns geöffnet. Wir erhielten an der Reception sehr viele wertvolle Infos zur Stadt und zu Restaurants.
Nach der Stadtbesichtigung mit dem Touristen-Bähnli und zu Fuss, genehmigten wir uns ein sehr leckeres Essen im Restaurant Brauerei, wo wir auch das hauseigene Bier verkosteten und nette Gespräche mit den Tischnachbarn hatten.

Altstadt Goslar

Tag 10
Wir fuhren Überland durch den Harz und weiter kurvenreich auf Land- und Nebenstrassen nach Limburg an der Lahn. Ausgesucht haben wir uns hier das Hotel Huss, nett und gut gelegen am Rande der Altstadt. Danach Besichtigung der wunderschönen Altstadt mit alten Fachwerkhäusern und dem Dom. Nachtessen in der Altstadt.

Tag 11
Von Limburg ging es weiter Richtung Süden durch den Taunus an Frankfurt vorbei Richtung Worms, Bad Dürkheim und durch das Pfälzer Weinbaugebiet und weiter nach Süden bis ins Elsass und von da auf der Autobahn nachhause.

Tour-Video

Fazit: Wir haben wieder ein paar schöne Perlen entdeckt, allen voran Prag und wir sind immer wieder erstaunt, wie viele wunderschöne Orte mit einer sehenswerten Altstadt wir in Deutschland entdecken. Und wir haben die deutsche Ostsee etwas ausführlicher bereist.
Unsere Tips sind insbesondere Dinkelsbühl, Prag, Lübeck und Goslar. 
Hervorheben möchten wir auch BMW Motorrad Möller & Söhne in Schwerin

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