4 Tage: Oberaargau – Muothatal – Pragelpass – Glarnerland – Rheinschlucht/Safiental – Engadin – Malojapass – Bergell – Comer-See – Luganer-See – Muggio-Tal – Aosta-Tal – Grosser St. Bernhard – St. Maurice – Col des Mosses – Berner Oberland – Oberaargau

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Noch immer ist das Corona-Virus lebensbestimmend. Anstelle unserer geplanten 3,5-wöchigen Motorradtour nach Riga/Lettland und zurück mit evt. Abstecher nach Helsinki und St. Petersburg wurde eine mickrige 4-tägige Schweizer-Tour. Die restlichen 1,5 Wochen unserer gekürzten Ferien verbrachten wir auf einem Schweizer See.
Wir haben ein paar weisse Flecken auf der Schweizer Karte rausgesucht, die wir noch nicht kannten, als mögliche Ziele/Durchfahrten. Der einzige gesetzte Punkt war am ersten Tag der Pragel-Pass, sonst liessen wir den Verlauf der Tour wie immer völlig offen.
Am ersten Tag fuhren wir vom Oberaargau Richtung Schwyz und stiegen ins Muothatal ein, wo wir in Muothatal Richtung Pragelpass abzweigten, den wir noch nie gefahren waren. Die Landschaft ist wunderschön. Als Motorradfahrer muss man sich aber ziemlich konzentrieren. Die Strasse ist teilweise etwas holprig und eher schmal und man muss immer wieder ausweichen und auf Gegenverkehr gefasst sein.

Die Passstrasse führt hinunter ins Glarnerland an den wunderschönen Klöntalersee und von dort hinunter nach Netstal – Näfels. Hier erschlossen wir einen weiteren weissen Fleck, den Obersee. Ein schöner Bergsee, leider war das Gasthaus am See für diesen Abend bereits ausgebucht.

So überlegten wir am frühen Nachmittag, in welche Richtung es weitergehen soll, Richtung Bodensee oder Richtung Bündnerland. Wir entschieden uns für’s Bündnerland und erschlossen einen weiteren weissen Fleck auf der Landkarte, die Rheinschlucht und das Safiental. Unterwegs reservierten wir auf’s Gratwohl ein Zimmer im Gasthaus am Brunnen, Valendas. Dieser Aufenthalt sollte noch einige Überraschungen bringen. Wir waren sehr beeindruckt von der Rheinschlucht und staunten, dass wir diesen Ort nicht früher schon besucht hatten. Ebenso die liebliche Landschaft des Safientals. In Valendas überraschte uns der wunderschöne und eindrückliche Dorfbrunnen. Er stammt von 1760 und gilt als einer der grössten Holzbrunnen Europas. Das Gasthaus am Dorfbrunnen entpuppte sich als Feinschmecker-Lokal mit 15 Gault Millau Punkten. Das freie Zimmer und der freie Tisch am Abend hatten wir einer kurzfristigen Absage an diesem Morgen zu verdanken. Normalerweise sind die Tische und Zimmer lange zum voraus ausgebucht. Und so kamen wir zu einem Nachtessen, das in jeder Hinsicht einfach nur Spitze war.

Am zweiten Tag die übliche Abstimmung, wohin die Reise weitergehen soll. Als erstes wollten wir nochmals zur Rheinschlucht. Ein Einheimischer gab uns einen Tip, an welchen Platz wir fahren sollen für einen tollen Ausblick auf den Rhein hinunter. Danach entschieden wir uns für den Julier-Pass, hinunter ins Engadin, über den Maloja-Pass und hinunter ins Bergell. Wir erschlossen einen weiteren weissen Fleck auf der Karte, Bondo und der Besuch des wunderschönen, fast schon museumsmässigen Dorfs Soglio. Natürlich durfte der Besuch des Verkaufsladens der bekannten Bergeller Bio-Produkte für Haut und Körperpflege „Soglio“ nicht fehlen.

Und nun, wie weiter? Bis nach Chiavenna/Italien mussten wir so oder so weiterfahren. Splügen-Pass oder Comer-See? Wir entschieden uns für den Comer-See, wo wir bereits am frühen Nachmittag ankamen. Das Wetter war so so la la und wir entschieden uns, weiter Richtung Luganersee zu fahren. Unterwegs suchten wir online nach einer Unterkunft. Ein spezieller Ort stach uns ins Auge und wir konnten das letzte freie Zimmer ergattern: Die Osteria La Montanara in Monte/Castel San Pietro am Anfang des Muggio-Tals. Wieder eine positive Überraschung. Der Wirt des La Montanara, ein Basler, ist ein Unikum. Unkompliziert, direkt und eine One-Man-Show. Er kocht, serviert und putzt alles allein und das Essen war einfach fantastisch. Touristen wie Einheimische verkehren in dieser unkomplizierten Osteria. Da er nicht überall gleichzeitig sein kann, zapft man sein Bier selber, er vertraut darauf, dass man ehrlich ist. Das Zimmer einfach mit einem Etagen-Bad, aber wir haben uns so wohl gefühlt, dass wir nicht zum letzten Mal dort waren.
Für den dritten Tag entschieden wir uns, einen weissen Fleck im Wallis zu erschliessen, St. Maurice. Vom Tessin ging es auf der italienischen Autobahn Richtung Aosta-Tal und dann auf der Passstrasse durch imposante Landschaften über den Grossen St. Bernhard-Pass, hinunter ins Wallis nach St. Maurice, wo wir am Nachmittag ankamen und das Zimmer bezogen. Hier wollten wir etwas ganz Bestimmtes besuchen: das älteste Kloster des Abendlandes. Die Abtei St. Maurice wurde 515 gründet und besteht ununterbrochen seit über 1500 Jahren. Die Geschichte dieser Abtei, die teilweise neben dem heutigen Gebäude liegenden Mauern und Gräber und der Klosterschatz werden einem mit einem Audioguide in ca. 1,5 Stunden nähergebracht.

Für den letzten Tag entschieden wir uns für die Überquerung des Col des Mosses ins Saanenland mit einem Abstecher zum Lac de l’Hongrin und einem Besuch und Mittagshalt in Gstaad, bevor es zurück in den Oberaargau ging.
Video Sommertour (Youtube)
Fazit:
Eine Tour mit vielen Überraschungen, schönen Landschaften und Erschliessung von ein paar weissen Flecken auf unserer Schweizer Landkarte.
Sehr empfehlen können wir
Die Rheinschlucht/Ruinaulta und das Safiental
Das Gasthaus am Brunnen, Valendas
Die Osteria La Montanara, Monte/Castel San Pietro
Die Abtei St. Maurice
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